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Freudenberg. (22.06.2022) Eine ganze Generation von Freudenbergern war mit ihm im Zoo, bei den Karl-May-Festspielen oder bei einer der unzähligen Aktionen im Rahmen der Freudenberger Ferienspiele. Bernd Meichelböck, Stadtjugendpfleger seit 1979, geht Ende des Monats in den  Ruhestand und übergibt seine Amtsgeschäfte an Franziska Sänger. Während sich die 35-Jährige bereits auf ihre neue Aufgaben freut, blickt Meichelböck zurück - und erinnert sich an sehr viel mehr als nur die Ferienspiele.

Während des Interviewtermins im Rathaus liegen Dutzende Zeitungsausschnitte, Plakate und Programmhefte auf dem Tisch verteilt - in der Mitte ein Banner der Partnerstadt Mór. All dies fasst die vergangenen vier Jahrzehnte schon gut zusammen, in denen Bernd Meichelböck nicht nur die Kinder- und Jugendarbeit in Freudenberg entscheidend mit geprägt hat. 1979 kam er als Nachfolger des Dirlenbachers Erich Jung nach Freudenberg - als erster hauptamtlicher Jugendpfleger überhaupt. Natürlich habe es argwöhnische Fragen gegeben, ob für die Jugendarbeit überhaupt eine eigene Stelle im Rathaus geschaffen werden müsse. Rückblickend beantwortet sich die Frage fast von selbst.

Die Geschichten und Anekdoten würden mehrere Abende füllen. Angefangen von den Veranstaltungen des Aktionskreises Offene Jugendarbeit Freudenberg (AJF) wie den 14-tägigen Filmabenden in der Büschergrunder Aula oder den Diskoveranstaltungen in Alchen, Büschergrund, Freudenberg und Oberfischbach - den Meisten der Ü-40-Generation sicher einfach noch als "Hops" in bester Erinnerung. Auch Studienfahrten in die damalige DDR standen Ende der 1980er-Jahre noch auf dem Programm. "Jedem war klar, dass beim Anruf in Weimar, Erfurt oder Dresden nicht nur der Organisationsleiter der Gastgeberstadt in der Telefonleitung war", erinnert er sich zurück.

Dass der Kreuztaler von der Jugendarbeit seiner Heimatstadt damals die eine oder andere Idee übernahm, bot sich an. "Folk im Freien" hieß es daher zweimal auf der Freilichtbühne, als sich Bands und Solokünstler die Klinke in die Hand gaben. "Das iss es" hieß es Mitte der 1990er-Jahre, als unterschiedliche Veranstaltungen mit christlicher Prägung auf der Freilichtbühne, in der Aula oder im Missionszelt vor dem Schulzentrum stattfanden.

F22 06 22 Franziskaast gleichzeitig zu den Jugendveranstaltungen entwickelte sich der Kontakt ins ungarische Mór. Auf Initiative der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft suchte die Stadt einen Partner - und es "funkte" sofort. Am 14-tägigen Jugendaustausch beteiligten sich nahezu jedes Jahr 30 Personen auf beiden Seiten, kamen fast immer in Gastfamilien unter und knüpften enge Kontakte. Dass die Corona-Pandemie die Partnerschaft nicht gerade förderte, liegt auf der Hand. Und mit dem Tod von Eckhard Günther und Peter Dörner hat die Verbindung zwei wichtige Triebfedern verloren. Trotzdem hofft Meichelböck, dass es schon bald wieder weitergeht und erste Besuche stattfinden können. Mit Johannes Henrich habe man inzwischen im Rathaus einen jungen und motivierten Kollegen, der selbst bereits in Mór war und der Partnerschaft wieder neues Leben einhauchen werde.

Die Eröffnung des neuen Backes und des Jugendtreffs, Speeddating-Aktionen mit Jugendlichen etwa vor der Kommunalwahl, die Erstellung des Familienbildungsprogramms, Familienberichte, Seniorentage oder die Kommunale Seniorenplanung - Arbeit gab es stets genug. "Aber", und das schätzt Meichelböck besonders an Freudenberg, "selbst wenn nie viel Geld da war, mit kreativen Ideen und großem Einsatz ist immer sehr viel möglich gewesen."

Das dürfte auch für den Entlastungsdienst "Atempause" gelten, den Bernd Meichelböck damals mit aus der Taufe hob. "Mit Knut Bogda stellte sich noch am ersten Abend ein Vorsitzender zur Verfügung; und auch die übrigen Vorstandsposten wurden noch in der Auftaktversammlung besetzt", erinnert er sich zurück. Der Seniorenbeirat, die Freibadfeten Ende der 90er, und natürlich die Freudenberger Ferienspiele (von 45 hat Bernd Meichelböck nur zwei verpasst) waren und sind Projekte, die zum Teil bis heute aktuell sind.

Und jetzt? "Ich habe den Mut zur Lücke", scherzt Meichelböck, der unter anderem als Stadtverordneter im Rat der Stadt Kreuztal, als Vorsitzender im SPD-Ortsverein Heestal und als zweifacher Großvater auch weiterhin sehr gefragt sein dürfte. Vor allem reisen möchte er mal wieder - und zwar ohne eine Verpflichtung oder Verantwortung - einfach so.

Dass die Fußstapfen, in die sie tritt, riesig sind, weiß Franziska Sänger natürlich selbst - zumals sie mit einer halben Stelle die Kinder- und Jugendarbeit in Freudenberg stemmen muss. Aber die 35-jährige gebürtige Freudenbergerin und zweifache Mutter kommt mit einer ebenso großen Portion Motivation nach Freudenberg und freut sich sehr auf die neue Aufgabe. "Hier sind tolle Sachen entstanden und ich bin sicher, dass wir vieles erfolgreich weiterführen werden, aber vielleicht auch neue Akzente setzen." Dank der Ferienspiele, die am kommenden Montag beginnen, blieb ihr nicht viel Zeit zur Einarbeitung. Schließlich wartet schon die nächste Generation von Freudenberger Kindern, mit ihr in den Zoo oder zu den Karl-May-Festspielen zu fahren.

 

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