Freudenberg. In Insider-Kreisen galt es schon als ausgemacht Sache, jetzt ist es offiziell: Bürgermeisterin Nicole Reschke geht ins Rennen um eines der beiden Siegen-Wittgensteiner Mandate für den neuen NRW-Landtag, der am 25. April kommenden Jahres gewählt wird. Zwar sind bis dahin noch einige Hürden zu nehmen, aber die 46-Jährige dürfte schonmal den "Platz des Landtags 1 in Düsseldorf" ins Navi eingeben.
Am 24. April, also fast genau ein Jahr vor der Landtagswahl 2027, tagt die Kreisdelegiertenkonferenz der SPD in Siegen, um die beiden Kandidaten zu benennen, die die CDU-Mandatsträger herausfordern werden. Nicole Reschke wird im Wahlkreis Siegen-Wittgenstein I antreten, der die Städte Siegen und Freudenberg sowie die Gemeinden Burbach und Neunkirchen umfasst und seit 2010 von Rechtsanwalt Jens Kamieth vertreten wird. Einen Gegenkandidaten oder eine Gegenkandidatin gibt es partei-intern - zumindest bislang - nicht.
"Wenn mich die Wahlkreisdelegiertenkonferenz nominiert, werde ich kämpfen - und dann werden wir sehen", gibt sich die 46-Jährige optimistisch, den Wahlkreis ab Mitte nächsten Jahres auf Landesebene vertreten zu dürfen. "Es ist natürlich keine Entscheidung gegen Freudenberg", stellt die studierte Sportwissenschaftlerin klar heraus. Aber mit ihrer dann zwölfjährigen Erfahrung als Bürgermeisterin in Freudenberg sieht sie es auch als "großen Reiz", die Geschicke des Landes Nordrhein-Westfalen aktiv mitgestalten zu dürfen. Gerade vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Gestaltungsspielräume der Kommunen aufgrund der Gesetze auf Landesebene immer enger würden, würde der NRW-Politik eine "starke Stimme mit kommunaler Erfahrung" nur gut tun. Ihre Schwerpunkte sieht sie dabei im Bereich Bildung, Sicherheit und den kommunalen Finanzen.
Im Falle ihrer Wahl müssten die Freudenbergerinnen und Freudenberger dann schon 2027 - also gut drei Jahre vor der Kommunalwahl - einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin wählen.
