Kontakt zur Redaktion: E-Mail: info@freudenberg-online.de | Tel.: 0170/7742312

 

Freudenberg. (27.07.2022) Wenn Klaudia Gräbener strickt, entstehen dabei meist kuschelige Mützchen, Handschuhe oder Socken. Anders als die meisten anderen verwendet sie allerdings eine sicher nicht ganz alltägliche Wolle für ihre Handarbeiten. Denn die stammt meist von Hunden. Fiffi und Co. als Rohstofflieferant? "Nachhaltiger geht's nicht", sagt die 62-jährige Freudenbergerin. Denn natürlich wird den Hunden dabei noch nicht mal - buchstäblich - ein Haar gekrümmt.

Aber von Anfang an: 2016 eröffnete Klaus Gräbener die "Plaudermasche" als Strickcafé im Alten Flecken. Als sie dies aufgrund der Corona-Pandemie schließen musste, stellte sich die Frage, wo sie künftig ihrem Hobby nachgehen sollte. Mit einem leer stehenden Zimmer in ihrem Haus an der Seelbachsecke war die Lösung schnell gefunden. Seither strickt sie auf Kundenwunsch oder eigene Kreationen, verkauft Wolle und gibt Gleichgesinnten Ratschläge und Tipps. Durch Zufall erfuhr sie von einem StartUp in Berlin, das Hundehaare zum Stricken verwendet und machte sich gleich auf die Suche nach geeigneten Modellen und Möglichkeiten, selbst Haare zu Wolle spinnen zu lassen.

"Das ist natürlich nicht ganz einfach", gibt Klaudia Gräbener zu, "die Haare müssen etwas länger und eine gewisse Festigkeit haben", erklärt sie, während sie ein Büschel Haare von einem Samojeden aus einer Tasche holt, verzwirbelt und an den Enden zieht. Wie die Haare dieses russischen Jagd- und Schlittenhundes sind zum Beispiel auch Bearded Collies, weiße Schäferhunde oder Retriever geeignet. Natürlich müssen die Hunde nicht leiden. Ganz im Gegenteil: Wenn Herrchen oder Frauchen ihre Vierbeinder auskämmen, werfen sie das Unterfell nicht weg, sondern sammeln sie es auf und schicken es zu Klaudia Gräbener. Von hier geht's dann zunächst weiter nach Bayern, wo die Haare fachgerecht zu Hundewolle versponnen werden. Wenn die Knäuel zurückkommen, sehen sie fast aus wie herkömmliche Wolle. Meist sind es Braun-, Grau- und Beigetöne, zudem ist die Wolle sehr flauschig, wasserabweisend und hält gut warm. 

Aber die Qualität hat auch ihren Preis: Rund 50 Euro kosten 100 Gramm. "Hundewolle zählt zu den Edelfasern, wie etwa Alpaka oder Kaschmir", erläutert Klaudia Gräbener, die im richtigen Leben in Teilzeit bei der Stadtverwaltung arbeitet. "Dann bin ich die freundliche Stimme vom Amt", lacht die 62-Jährige, die einen Teil der Hundehaare aus dem Tierheim des Kreises Olpe erhält. Im Gegenzug gehen 50 Prozent der Einnahmen als Spende an die Einrichtung; so haben alle etwas davon. 

Was genau sie strickt? Meist sind es Kundenwünsche, vom Socken bis zur Wintermütze. Manchmal aber auch einfach Andenken der Menschen an ihren langjährigen Begleiter. Wer Lust hat auf Handarbeiten mit Hundewolle, kann sich unter www.plaudermasche.de informieren. Im Schaufenster an der Oranienstraße (ehem. Druckerei Reppel) sind zudem einige Arbeiten ausgestellt.

200809fischer


 


2021 Containerdienst Sommer ab0103


 

Schneider Seelbach Kia


 

201126bikestore


Ukraine-Hilfe

Ukraine Flagge Auf dieser Seite gibt es offizielle und aktuelle Informationen der Stadt Freudenberg.


 

Slusalek


McPlay2

sparkasse start


Zum Seitenanfang