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Freudenberg. (01.04.2022) Corona sorgte auch bei den Freudenberger Ortsheimatpflegern für eine Unterbrechung der ansonsten regelmäßigen Treffen. Jetzt konnte die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine in den Rathaus-Saal einladen. Ein Grund: Die Neubestellung derer, die in ihren Orten besonders Dorfgeschichte, Bau- oder Bodendenkmäler oder Natur und Landschaft im Auge haben. Martin Breloer erläuterte die in Freudenberg praktizierte Vorgehensweise, der zufolge die Heimatvereine der Stadt eine Vorschlagsliste für Ortsheimatpfleger überreicht, die von der Verwaltung zur Beratung dem Ausschuss für Ehrenamt und Kultur vorgelegt wird. Nach dessen Votum erfolgt die offizielle Bestellung durch den Westfälischen Heimatbund (WHB) über den Kreisheimatpfleger.

22 04 01 heimatpfleger 2„Wir freuen uns, dass in zwölf Orten die Kollegen bereit waren, ihre Arbeit fortzusetzen," so der ARGE-Schriftführer Martin Breloer. Neu in der Runde auf der Vorschlagsliste sind Katja Grüne für Niederholzklau und Thomas Grümbel für Oberfischbach. Ortsheimatpfleger, so sieht es das WHB-Merkblatt vor, sollen ehrenamtlich Ansprechpartner sein und die Vernetzung mit dem Heimatbund und der Stadt suchen.

Das Stichwort „Vernetzung" spielte bei dem zweiten Beratungspunkt eine entscheidende Rolle. In vielen Orten haben rührige Heimatforscher viel Detailwissen in Ortschroniken zusammengetragen. Doch das Wissen um Hintergründe und Begebenheiten schreitet fort. ARGE-Vorsitzender Bernd Brandemann nannte als Beispiel den „Flecken". Für Freudenberg wurden neben Sonderveröffentlichungen bisher drei Chroniken herausgegeben. Nach dem letzten Buch, herausgegeben von Bernd Steinseifer, führten Scherben-Funde des Bodendenkmalpflergers Karl-Wilhelm Stahl zu der Erkenntnis, dass der Schlossberg seit deutlich früheren Zeiten durchgehend besiedelt war als bisher angenommen wurde. Im Sommer 2013 bewertete die LWL-Wissenschaftlerin Dr. Eva Cichy die Funde als Teile ältester vor-mittelalterliche Keramik, die in dieser Region südlich von Balve jemals gefunden worden seien. „Also, ‚Geschichte geht weiter' und wir wollen das Wissen darüber auf der Höhe der Zeit behalten."

22 04 01 heimatpfleger 3Ein weiteres Beispiel, dass Geschichte immer wieder neue Erkenntnisse bringt und fortlaufend dokumentiert werde kann, sind die Forschungen des Bühler Ortsheimatpflegers Rolf Kolb, der Bilder, Daten und Ereignisse in Buchform festhält. Manfred Flender, Ortsheimatpfleger aus Büschergrund, sammelt seit Jahren Dokumente seines Ortes und hat dafür inzwischen eine digitale Form der Zuordnung gefunden. Sortiert nach den vier Ursprungsorten Anstoß, Bockseifen, Büschen und Eichen werden Fotos und Dokumente nach Straßen und einzelnen Häusern katalogisiert. Auch sein Wunsch: „Es wäre zielführend, wenn wir übergreifend für Freudenberg ein System finden könnten, damit die Forschungsergebnisse auch nachfolgenden Generationen erhalten bleiben und wir gegenseitig Informationen bekommen können."
Dass Objekte gleich für mehrere Orte interessant sein können, belegte zum Beispiel ein Gedenkbuch zum Ersten Weltkrieg der ehemaligen Gemeinde Lindenberg, das ebenso zahlreiche Informationen zu Bürgern aus Oberfischbach oder Dirlenbach beinhaltet.

Stadtarchivar Jens Benner informierte die Runde über das Regionale-Projekt „Digitale Stadtgeschichte", die jedoch auf den Alten Flecken fokussiert ist. Mitte März waren auf einem Ideen-Workshop erste Anhaltspunkte nach den Kriterien Orte/Bebauung, Alltag/Nachbarschaft, Geschichte/Ereignisse /Bewohner oder Wirtschaft/Handel/Kirchen zusammengetragen worden. Die Projektstelle unter Leitung von Timo Nöh will jetzt die Ergebnisse auswerten. Letztlich sollen Regiebücher über einzelne Facetten entstehen, die die Grundlage für kleine Filme bieten, die anschließend an Originalstellen virtuell eingespielt werden können.

Klaus Siebel-Späth vom Arbeitskreis Stadt- und Baugeschichte des 4Fachwerk-Museums stellte die dort mit dem Westfälischen Museumsamt abgestimmte Vorgehensweise vor, aus virtuellen Informationen zu den Häusern Querverweise zu einzelnen Geschichtssträngen zu erhalten.

„Wir wollen die Frage nach einer möglichen gemeinsamen Grundlage für Geschichtswissen in Freudenberg weiterverfolgen, die quasi in eigenen Schubladen örtliche Ausarbeitungen sichert, als ‚Schrank' aber auch Wissenstransfer ermöglicht," fasste Bernd Brandemann den ersten Gedankenaustausch darüber zusammen. Angekommen ist bei den Heimatforschern auch das Interesse der jüngeren Generation, regional mehr über die Zeitphase von Kaiser-Reich, Weimarer Republik bis zur Diktatur zu wissen.

Als weiteres Thema wurde benannt, den in der durch die Borkenkäfer-Kalamitäten völlig veränderten Landschaft außerörtlich befindlichen Naturdenkmalen Beachtung zu schenken. Alte Grenzbäume seien jetzt ganz anderes sichtbar, aber ohne „Wald im Rücken" Wind und Wetter deutlich mehr ausgesetzt.

Die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine hat der Stadt folgende Persönlichkeiten zur Bestellung als Ortsheimatpfleger vorgeschlagen:
Alchen: Stefan Gieseler,
Bottenberg: Werner Schreiber,
Bühl: Rolf Kolb,
Büschergrund: Manfred Flender,
Dirlenbach: Roland Jung,
Heisberg: Gerhard Moisel,
Hohenhain: Heinz Fischbach,
Niederheuslingen: Ernst Hoof,
Niederndorf: Martin Breloer,
Niederholzklau: Katja Grüne,
Oberfischbach: Thomas Grümbel,
Oberheuslingen: Werner Fries,
Plittershagen: Horst Krämer.

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