Bühl. „Für uns ist das Thema Ischeroth mit dem von der Stadt geplanten Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord von höchster Bedeutung,“ erläutert Ortsheimatpfleger Rolf Kolb die Anfrage der Initiative an die Kommunalpolitiker. Man wolle doch wissen, wie diese in der Frage demnächst im neu gewählten Stadtrat entscheiden werden. Bis auf den Ratskandidaten der FDP hätten alle geantwortet.

Der bisherige CDU-Stadtverordnete und erneute Kandidat Wolfgang Samol bringt seine Ablehnung des GIB Wilhelmshöhe-Nord auf den Punkt: „Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern eine Welt hinterlassen, die auch morgen noch lebenswert ist. Das gilt auch für Ober- und Niederholzklau sowie für Bühl. Deshalb unterstütze ich den Erhalt des Ischeroth.“ Eine zukunftsorientierter Umwelt- und Klimaschutz schaffe Chancen für Arbeitsplätze, die auch morgen große Bedeutung hätten. Dafür würden Gewerbeflächen benötigt – aber an anderen Standorten.

Seine Mitbewerberin von B90/Grüne, Kornelia Oberlies, betont ebenfalls ausdrücklich ihre Ablehnung: „Selbstverständlich werde ich auch in Zukunft meine konsequente Haltung zum Erhalt des Ischeroth beibehalten. Sollte ich bei künftigen Abstimmungen dabei sein, werde ich - wie das Bündnis 90/Die Grünen - gegen die Realisierung des Gewerbe-Industriegebietes Wilhelmshöhe Nord abstimmen.“ Der Klimawandel zeige, wie wichtig die Wälder jetzt und für die Zukunft seien.

Josef Halbhuber, der für die SPD im Wahlbezirk 003 antritt, steht zu den gefassten Beschlüssen der Stadt pro GIB-Wilhelmshöhe-Nord. Die infrage kommenden Flächen seien nach objektiven Gesichtspunkten untersucht und beurteilt worden. „Die durchgeführten Bürgerbeteiligungsverfahren haben meines Erachtens zu guten Ergebnissen geführt. Das Gebiet wurde verkleinert, die Terrassen weiter abgesenkt, es gibt die Zusage der Verwaltung hinsichtlich der Art der anzusiedelnden Betriebe, sodass sichergestellt ist, dass keine Ansiedlung ‚schmutziger Industrie‘ dort stattfindet.“ Er möchte gerne dafür Sorge tragen, dass die gemachten Zusagen im politischen Verfahren eingehalten und festgeschrieben würden. Halbhuber: „lch selbst bin gerne am Ischeroth unterwegs und genieße die fantastische Aussicht, die auch weiterhin Bestand haben wird, da der gesamte Bereich oberhalb von Bühl, rechts vom Hochbehälter unangetastet bleiben wird.“

Unterstützung in seiner Haltung findet der SPD-Bewerber bei Bürgermeisterin Nicole Reschke: „Grundsätzlich bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass wir in Freudenberg Gewerbeflächen insbesondere zur Erweiterung von heimischen Unternehmen in Autobahnnähe vorhalten müssen.“ Die Anregungen sowie die Kritik sei sehr ernst genommen und die Planung insofern stark überarbeitet worden, sowohl hinsichtlich der Größe, der Höhenlage als auch der Einsehbarkeit. „In einem Bebauungsplan, der vom Rat der Stadt Freudenberg beraten und beschlossen werden muss, wird zukünftig festgelegt, welche Art von Unternehmen in diesem Gebiet zugelassen wird. Damit haben wir ein Steuerungsinstrument in der Hand, welche die mögliche Nutzung beschreibt und selbstverständlich bestimmte Nutzungen auch ausschließt. Insbesondere werden wir dafür Sorge tragen, dass das Maß an Belastungen wie Lärm und Schadstoffe nicht die Lebensqualität der Menschen in den Ortschaften einschränkt,“ so die SPD-Spitzenkandidatin.      

CDU-Bürgermeisterkandidat Christoph Reifenberger schreibt, dass es in seiner Fraktion unterschiedliche Auffassungen zu der Thematik gebe. Auf Anregung der CDU sei der „Beschluss zur städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (im Volksmund als „Enteignung“ bezeichnet) zurückgenommen worden mit dem Ziel, in Gespräche auf Augenhöhe mit den Waldeigentümern eintreten zu können. „Wir halten grundsätzlich neue Gewerbe- und Industriegebiete in Freudenberg auch im Hinblick auf die erklärten strategischen Ziele im Leitbild für wichtig und nötig, sofern ein nachweisbarer Bedarf besteht,“ so Reifenberger. Eine Fixierung auf den Ischeroth finde nicht statt. Im Gegenteil: Seine Fraktion habe weitere Alternativen zur Prüfung vorgeschlagen, die jedoch bisher von der Verwaltungsleitung verworfen worden seien. Die ortsbildprägende grüne Umrandung von Bühl und Büschergrund solle nicht weitreichend verändert werden.

Reifenberger: „Ich werde mich im Falle meiner Wahl für einen zeitnahen Abschluss der Verhandlungen und Klarheit für alle Betroffenen einsetzen.“

Der berechtigte Wunsch nach sicheren Arbeitsplätzen auch durch den Ausbau vorhandener oder die Ansiedlung neuer Betriebe auf der einen, und der Schutz und dem Erhalt der Schöpfung und der Umwelt auf der anderen Seite müsse "unter einen Hut" gebracht werden. Das sei nicht trivial.  

Alle Antworten der Kommunalpolitiker sind auf der Homepage https://www.ischeroth-nicht-zerstoeren.de und auf den Infotafeln am Ischeroth und am Büscher Weiher im Original und voller Länge nachzulesen.

 „Wir werden weiterhin den Kontakt mit der Stadt suchen, um die Unzulänglichkeit der GIB-Wilhelmshöhe-Nord-Pläne darzulegen,“ sagt Bühls Ortsvorsteher Friedhelm Höfer. Kein Vertrauen bestehe auf angedeutete abmildernde Regelungen in einem Bebauungsplan. So seien die in dem seit 2008 rechtsverbindlichen Bebauungsplan „Wilhelmshöhe-West“ geforderten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bis heute – zwölf Jahre später - immer noch nicht vollständig erbracht. Schon 2015 hätte die Verwaltung dort zugeben müssen, dass 90 Prozent von Böschungsanpflanzungen wieder eingegangen seien und eine begleitende ökologische Baubegleitung nicht stattgefunden habe. Höfer: „Das sagt doch alles!“

„Die geplante Vernichtung des wertvollen Laubwaldbestandes am Fuße des Ischeroth, um im Bereich der Löw-Kurve eine nahezu 40 Meter hohe Böschung anzulegen, widerspricht völlig heutigen Ansprüchen an Umwelt- und Landschaftsschutz,“ ergänzt Rolf Kolb.

 

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