Freudenberg. Für faire Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung vor Ort aber auch weltweit machen sich der KAB-Bezirksverband Olpe Siegen und das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat gemeinsam stark. Am Mittwochabend haben sich die beiden Organisationen im Gemeindehaus St. Marien in Freudenberg getroffen, um entsprechende Aktionen zum Welttag der Menschenwürdigen Arbeit zu planen, der am 7. Oktober 2017 zum zehnten Mal begangen wird. Auf den Wochenmärkten in Freudenberg am 6. Oktober und in Siegen am 7. Oktober werden KAB und Adveniat auf ungerechte und unsichere Arbeitsbedingungen hinweisen, denen immer mehr Menschen ausgesetzt sind.

Denn trotz des anhaltenden Wirtschaftswachstums arbeiten hierzulande immer mehr Menschen unter prekären Bedingungen im Niedriglohnsektor oder als Leiharbeiter mit geringem Kündigungsschutz. Ernüchternd ist gleichzeitig die Bilanz am Ende des Wirtschaftsbooms in Lateinamerika: Die rücksichtslose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen hat nicht zu mehr oder sicheren Arbeitsplätzen geführt.

Immer noch wird vielen Menschen, zumal Frauen, ein menschenwürdiges Arbeiten und Leben verwehrt. Unter prekären Bedingungen müssen sie als Hausbedienstete, Straßenhändlerinnen und Tagelöhner im informellen Sektor für das Familieneinkommen sorgen. Auch Kinder und Jugendliche müssen dazu beitragen. Je geringer die Qualifikation, desto höher ist die Gefahr, ausgebeutet zu werden. Neoliberale Wirtschaftsformen und globale Strukturen der Ausbeutung spüren die Arbeiterinnen und Arbeiter etwa an fehlenden oder unerschwinglichen Sozialversicherungen. Wirtschaftskrisen treffen die Armen und Schwachen zuerst, mit verheerenden Auswirkungen: Beschäftigte werden entlassen, junge Menschen gar nicht erst eingestellt, Arbeitsplätze werden dorthin verlagert, wo man den Arbeiterschutz umgehen und Löhne senken kann.

Die Missstände und die Nöte der Menschen in Lateinamerika und der Karibik, die Schutzlosigkeit von Arbeitenden, die Bedrängnis von Arbeitsuchenden lassen Adveniat-Projektpartnerinnen und -partner nicht ruhen. In zahlreichen Projekten in allen Ländern des Kontinents setzen sie sich für faire Arbeitsbedingungen und menschenwürdige Verhältnisse ein. Adveniat unterstützt mit der diesjährigen Weihnachtsaktion „Faire Arbeit. Würde. Helfen.“ ihre Forderungen: Sie kämpfen unter anderem für die Befreiung aus der Sklaverei in Brasilien, für Bildungschancen von jugendlichen Lastenträgern in Venezuela, neue Perspektiven für obdachlose und ausgebeutete Frauen sowie eine solidarische Landwirtschaft in Mexiko.

Foto: privat  -  Mitglieder von KAB im Dekanat Siegen und Bezirk Siegen/Olpe, Adveniat und PGR St. Marien vor der St. Marien-Kirche.

 


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