Ausbau des Radverkehrsnetzes kommt nur langsam voran

Ausbau des Radverkehrsnetzes kommt nur langsam voran

Der Radweg entlang der Bahnhofstraße in Richtung Büschergrund ist ein Positivbeispiel. Vielerorts herrscht in Sachen Radwegen aber großer Nachholbedarf.

Freudenberg. Wer mit dem Fahrrad über die Wilhelmshöhe, durch die Freudenberger Innenstadt oder von Alchen nach Bühl fährt, weiß, wie dringend das Radverkehrsnetz ausgebaut werden sollte. Am Dienstag steht die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes auf der Tagesordnung des Bau- und Verkehrsausschusses. Vor allem geht es um die Priorisierung der Projekte. 

Seit 2021 verfolgt der Kreis Siegen-Wittgenstein das Ziel, das Radwegenetz alltagstauglich zu machen. Statt Freizeitstrecken stehen Pendlerverbindungen und Lückenschlüsse im Fokus. Für Freudenberg bedeutet das: 132 Maßnahmen auf rund 63,7 Kilometern – von Neubau über Sanierung bis hin zu Markierungen und Fahrradstraßen. Doch die Realität ist komplex: Ein großer Teil der Strecken liegt gar nicht in städtischer Zuständigkeit. Von den ursprünglich beschlossenen 60 priorisierten Maßnahmen kann die Stadt nur 24 selbst umsetzen – der Rest hängt von Kreis, Land oder anderen Trägern ab.

Einige der wichtigsten Projekte bewegen sich – wenn auch langsam:

  • Radweg Langenholdinghausen – Oberholzklau (Priorität 0)
    Hier gibt es echte Fortschritte: Planung abgeschlossen, Genehmigungen erteilt, erste Arbeiten erfolgt. Der Baustart rückt näher.
  • Radwege rund um die A45-Anschlussstelle (Priorität 1)
    Wichtig, bleibt aber Zukunftsmusik: Umsetzung frühestens im Rahmen des Umbaus der Autobahnanschlussstellen ab 2030.
  • Radweg entlang der L562 zwischen Lindenberg und Autobahnanschlussstelle (Priorität 1)
    Geplante Umsetzung 2027 möglich
  • Verbindung Alchen – Bühl (Priorität 1)
    Planung läuft, Förderfragen geklärt, Kreis übernimmt Projektträgerschaft. Demnächst werden Verhandlungen mit verschiedenen Grundstückseigentümern aufgenommen.

Neben großen Bauprojekten spielen auch einfachere Lösungen eine Rolle – etwa Markierungen:

  • In Alchen (K6) wurde ein Bedarfsstreifen bereits markiert – Feinarbeiten fehlen noch.
  • Für die Lindenberger Straße (K19) ist eine Umsetzung noch 2026 geplant.

Mehrere Maßnahmen mit hoher Priorität wurden auf unbestimmte Zeit verschoben:

  • Ausbau rund um Oberheuslingen
  • Radweg parallel Heisberg und Fahrradstraße Schelder Straße

Aufgegebene Maßnahmen:

  • Die geplante Markierung in der Friedenshortstraße scheitert an zu geringer Fahrbahnbreite.
  • Mehrere Vorschläge zur Temporeduzierung wurden grundsätzlich abgelehnt.
  • Auch einzelne Verbesserungen (z. B. in Hohenhain) wurden verworfen.

>> Die vollständige Prioritätenliste zum Download

Image

Freudenberg Online berichtet seit 2000 aus der Stadt Freudenberg im Kreis Siegen-Wittgenstein und seinen Ortsteilen.

Über uns