Freudenberg. Hochsommerlichen Temperaturen zum Trotz fanden rund 70 Patienten, Angehörige und Interessierte den Weg zu einer informativen Veranstaltung der Orthopädischen Klinik am Bethesda Krankenhaus. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche modernen Behandlungsmöglichkeiten bei Verschleiß von Hüft- und Kniegelenken heute zur Verfügung stehen und wann ein künstlicher Gelenkersatz sinnvoll sein kann.
Die Veranstaltung bot zudem Gelegenheit, den neuen Chefarzt Dr. Kai Drastig kennenzulernen, der seit März das Team der Orthopädie verstärkt. Gemeinsam mit Chefärztin Dr. Birgit Schulz leitet er die Orthopädische Klinik in einer Doppelspitze. Der ausgewiesene Experte für moderne Endoprothetik widmete sich in seinem Vortrag den Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und aktuellen Operationsverfahren bei Arthrose.
Rund jeder fünfte Erwachsene leidet unter Gelenkschmerzen. Zur Vorbeugung oder in frühen Stadien der Arthrose können Betroffene selbst aktiv werden. „Bewegung ist die beste Medizin“, betonte Dr. Drastig und machte deutlich, wie wichtig regelmäßige Aktivität für die Gelenkgesundheit ist. Um zu verstehen, warum Bewegung dabei eine so wichtige Rolle spielt, erläuterte der Chefarzt den typischen Verlauf einer Arthrose und den entstehenden Teufelskreis arthrotischer Beschwerden: Durch den Abrieb des Knorpels im Gelenk entstehen Schmerzen und eine Entzündungsreaktion. In der Folge kommt es zu Bewegungseinschränkungen und häufig zu weniger Aktivität. Dieser Bewegungsmangel kann wiederum die Versorgung des Knorpels beeinträchtigen – ein Kreislauf, der die Beschwerden weiter verstärken kann.
„Bei der Behandlung arthrotischer Beschwerden gilt grundsätzlich: konservativ vor operativ“, machte der Chefarzt in seinem Vortrag deutlich. Bevor eine Operation in Betracht gezogen wird, werden verschiedene konservative Behandlungsstufen ausgeschöpft. Dazu gehören unter anderem Gewichtsmanagement, Physiotherapie, gezielter Muskelaufbau, der Einsatz von Gehhilfen oder eine medikamentöse Schmerztherapie. „Erst wenn diese Möglichkeiten nicht mehr ausreichen und der Leidensdruck zu groß wird, wird ein Gelenkersatz erwogen“, so Dr. Drastig. Dabei kommen heute moderne, gelenk- und weichteilschonende Operationsverfahren zum Einsatz. Hüftoperationen erfolgen häufig minimalinvasiv. „In der Regel stehen unsere Patienten am ersten postoperativen Tag wieder auf den eigenen Beinen und wechseln dann nach einem Klinikaufenthalt von fünf bis sieben Tagen in eine stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme“, so der Mediziner.
Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Experten ins Gespräch zu kommen. Besucher mit persönlichen Fragen zu individuellen Diagnosen wurden zur weiteren Beratung in die wöchentliche Sprechstunde eingeladen, die Dr. Drastig zusammen mit seinen Kollegen Dr. Markus Boller und Dr. Richard Buchen anbietet.
Die Veranstaltung zeigte, wie groß der Informationsbedarf rund um Arthrose und moderne Gelenktherapie ist, und bot den Teilnehmenden einen wertvollen Austausch über Behandlungsmöglichkeiten und individuelle Perspektiven.
