Freudenberg/Wenden. Die Esther-Bejarano-Gesamtschule Freudenberg (EBeGe) und die Gesamtschule Wenden intensivieren ihre Zusammenarbeit in der gymnasialen Oberstufe. Die Schulleitungen beider Schulen stellten am Freitag den strategischen Ausbau ihrer Kooperation ab dem Schuljahr 2026/27 vor, die vor allem die Oberstufen an beiden Standorten stärken soll.
Die Schülerzahlen gehen an der Hermann-Vomhof-Straße seit Jahren kontinuierlich zurück: 772 Jungen und Mädchen besuchten im Schuljahr 2021/2022 die Gesamtschule, im laufenden Schuljahr sind es noch gerade 637 (-17,5%). Knackpunkt ist der Übergang in die Oberstufe: 57 Schülerinnen und Schüler waren es noch im Schuljahr 2022/23, ganze 22 sind es im zu Ende gehenden Jahr. Eine Oberstufe lebt aber von ausreichenden Schülerzahlen, um unterschiedliche Leistungs- und Grundkurse anbieten zu können. Und genau hier setzt die Kooperation zwischen Freudenberg und Wenden an.
Ziel der interkommunalen Partnerschaft sei es, Schülerinnen und Schülern ein noch breiteres Fächerangebot, größtmögliche Wahlfreiheit und langfristige Planungssicherheit auf dem Weg zum Abitur zu bieten, heißt es in einer Pressemitteilung der Oberstufenkoordinatoren Martin Link (Freudenberg) und Lukas Berg (Wenden).
"Bündelung der Ressourcen und Kompetenzen"
"Die Zusammenarbeit knüpft an die bereits erfolgreich etablierten gemeinsamen Projektkurse in der Qualifikationsphase an und entwickelt diese konsequent weiter", heißt es weiter. "Durch die Bündelung der Ressourcen und Kompetenzen beider Schulen entsteht ein attraktives und zukunftsorientiertes Bildungsangebot für Jugendliche in der Region."
Die Kooperation vereine zwei modern ausgestattete Schulstandorte mit langjähriger Erfahrung in der gymnasialen Oberstufe. Gemeinsam bringen die Schulen ihre jeweiligen Schwerpunkte in den Bereichen Sport, Digitalisierung, Berufsorientierung, Naturwissenschaften und projektbezogenes Lernen ein. Für die Schülerinnen und Schüler bedeute dies vor allem mehr Möglichkeiten bei der individuellen Gestaltung ihrer Schullaufbahn. Ein abgestimmtes Kurssystem erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass Wunschfächer und fachliche Schwerpunkte dauerhaft angeboten werden können. Bereits bestehende Angebote wie Sport als viertes Abiturfach würden gesichert und perspektivisch durch zusätzliche Leistungskurse ergänzt.
„Aus zwei starken Oberstufenprofilen entsteht ein noch leistungsfähigeres und zukunftsorientiertes Angebot“, betonen die Schulleitungen Svenja Hillmann und Reto Stein. „Diese Kooperation ist eine gemeinsame Investition in die Qualität und die konkreten Zukunftschancen der Jugendlichen in unserer Region.“
Gebündelte Unterrichtszeiten statt tägliche Standortwechsel
Um zusätzliche Belastungen für die Lernenden zu vermeiden, setzt das Kooperationsmodell auf gebündelte Unterrichtszeiten statt auf tägliche Standortwechsel. Der gemeinsame Unterricht soll an einem Langtag sowie an einem weiteren Nachmittag an der Gesamtschule Wenden stattfinden. Die Schülerbeförderung zwischen den Standorten soll in enger Abstimmung mit dem Schulträger, der Stadt Freudenberg, organisiert werden. So würden die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, damit die Schülerinnen und Schüler unkompliziert und verlässlich am Kooperationsunterricht teilnehmen können.
"Mit dem Ausbau ihrer Zusammenarbeit setzen beide Schulen ein deutliches Zeichen für eine moderne, vernetzte und zukunftssichere Bildungslandschaft. Gleichzeitig stärken sie die individuellen Bildungswege ihrer Schülerinnen und Schüler und schaffen zusätzliche Perspektiven für den erfolgreichen Weg zum Abitur", heißt es in der Pressemeldung abschließen.
(Quellen: Pressemitteilung der beiden Schulen, Schulstatistik der Stadt Freudenberg 2025/26)
