Freudenberg. Ahoi! Klaus Störtebeker stach am Samstagabend "Im Auftrag der Hanse" in See und eröffnete mit einer begeisternden Premiere die 72. Spielzeit der Südwestfälischen Freilichtbühne Freudenberg. Leinen los für insgesamt 20 Vorstellungen in diesem Sommer, die mehr bieten, als Seemansgarn und Piratengeschichten. Vielmehr geht es um Gleichheit, Mut und Freiheit - für alle Likedeeler.
Den musikalischen Auftakt machte die Marinekameradschaft Siegerland. Tim Müller-Löwenstrom, 2. Vorsitzender des Vereins, begrüßte und blickte zurück auf eine Generalprobe tags zuvor, die in Sturzregen, Blitz und Donner untergegangen war. Sven Wachter stellte die Arbeit der DLRG-Ortsgruppe vor, für die in diesem Jahr die traditionelle Spendensammlung gedacht ist. Den offiziellen Befehl zum Segelsetzen gab Bürgermeisterin Nicole Reschke.
Die Geschichte führt in die Zeit der Hanse, Ende des 14. Jahrhunderts. Klaus Störtebeker (gespielt von Christian Wallhäuser), Anführer der sagenumwobenen Likedeeler, sorgt mit einer zusammengewürfelten Crew hinaus auf die Ostsee. Ihr Auftrag: den gefangenen König Albrecht aus Stockholm (Thomas Hoffmann) zu befreien. Nicht nur die rauen Winde machen der skurrilen Mannschaft mit dem erfinderischen Freibeuter Benedikt (Jochen Kretzer), der starken Thora (Julia Bäumer), dem schlagkräftigen Ragnar (Karsten Theis) oder der erfahrenen Piratin Brunhild (Corinna Kruse) das Leben schwer. Letztere erweist sich als Spionin der dänischen Königin Margarethe (Tatjana Stahl), die ihrerseits ganz andere Pläne schmiedet. Und so kämpfen Störtebeker und seine Mannschaft nicht nur gegen dänische Kriegsschiffe, sondern auch gegen den einen oder anderen Widerstand aus den eigenen Reihen.
Aber die Freilichtbühne wäre nicht die Freilichtbühne, wenn Britt Löwenstrom als Autorin und Regisseurin und Christina Schaab als Spielleiterin dem Ganzen nicht wieder den gewissen Style verpasst hätte? Denn wo sonst sind die erbeuteten Schatzkisten mit Schaumküssen - pardon: Flødebollers - gefüllt, die die dänische Königin fast um den Verstand bringen? Wo sonst dürfen in dem historischen Stoff Gassenhauer wie "Auf der Reperbahn nachts um halb eins" oder etwa Anklänge von "Smoke on the Water" nicht fehlen? Wo sonst werden Schenkelklopfer wie Benedikts neu erfundenes Schiffsanlagesystem, das wie eine Einparkhilfe piept, so charmant in die Handlung eingebaut?
Aber das Stück entwickelt sich auch auf einer anderen Ebene: Denn bei allen Intrigen, Streitigkeiten und Machtspielchen geht es am Ende auch um Werte wie Mut, Freiheit und Freundschaft. Und wer sich selbst davon nicht überzeugen lassen will, darf sich auf rasante Gefechte, tolle Lichtstimmungen und den einen oder anderen Knalleffekt freuen. So oder so - "Störtebeker" ist auch dieses Jahr für Freudenberger Pflichtprogramm. Ahoi!
Tickets für die kommenden Vorstellungen gibt's >hier.



















































