Vom Feld zum Kleiderbügel: Am Technikmuseum wächst jetzt Flachs

Vom Feld zum Kleiderbügel: Am Technikmuseum wächst jetzt Flachs

Vor dem Technikmuseum an der Olper Straße wurde am Mittwochnachmittag der Flachsamen ausgesät.

Freudenberg. Im Technikmuseum wird in diesem Jahr herumgeflachst. "1 Quadratmeter Lein" heißt das Projekt, das der Verein Textilhandwerk e.V. im vorigen Jahr gestartet hat. Inzwischen sind bundesweit rund 1000 Quadratmeter Flachs angebaut. Am Mittwochnachmittag wurde der Flachs an der Olper Straße ausgesät. 

Mehr als 50 Kooperationspartner machen bereits mit und rücken den Flachs - als Rohstoff für den späteren Leinen - wieder ins öffentliche Bewusstsein. Die Ehrenamtlichen des Technikmuseums haben sich ebenfalls bei dem bundesweiten Community-Projekt angemeldet und möchten erlebbar machen, wie aus dem Saatkorn in den kommenden Monaten ein Kleidungsstück aus Leinen wird. 

Christine und Rüdiger Tolsdorf haben das 1 Quadratmeter große Beet direkt an der Olper Straße angelegt und vorbereitet. Mit Ernst-Otto Ohrndorf vom Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte Langenholdinghausen steht ein Flachs-Kenner beratend und mit jeder Menge Gerätschaften zur Seite. Für die spätere Weiterverarbeitung zum fertigen Produkt sind Inge Zöller und Birgit Bohn zuständig. 

Am Mittwochnachmittag traf sich die Gruppe, um die Flachssamen auf dem 1 x 1 Meter großen Beet zwischen Museum und Olper Straße auszusäen. Jetzt heißt es erst einmal abwarten. Bei günstigen Bedingungen können die Pflanzen bis zu einem Meter hoch werden. Anschließend werden sie abgeerntet und weiterverarbeitet. "Die gesamte Pflanze wird genutzt, es wird nichts weggeworfen", erklärt Inge Zöller. Raufen, Trocknen, Brechen, Schwingen und Hecheln sind die nächsten Verarbeitungsschritte, wenn aus der Flachsfaser ein Leinenstoff hergestellt wird.

Zum Saisonabschluss am 24./25. Oktober lädt das Technikmuseum zum großen "Flachsfest" ein. Hier sollen die Geräte zur Flachbearbeitung und Kleidungsstücke aus Leinen ausgestellt werden. Läuft alles nach Plan, könnte aus dem Mini-Beet am Museum am Ende sogar ein Leinen-Oberteil entstehen, das dann selbstverständlich ebenfalls zu bewundern sein wird. 

Am Sonntag, 17. Mai, heißt es "Wir spinnen Stroh zu Gold" mit Birgit Bohn. Vom 12. bis 14. Juni gibt Inge Zöller einen Einblick in das Weben am Webstuhl. Für Sonntag, 27. September, ist ein Textiltag unter dem Titel "Gesponnen und gewebt" geplant. 

Mehr Infos und Fotos zum Projekt gibt es >> hier

Wer sich für den Flachsanbau interessiert oder beim Projekt mitmachen möchte, sollte sich mit Inge Zöller (Tel. 0271/84604 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) in Verbindung setzen.

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