Freudenberg. An der Esther-Bejarano-Gesamtschule wird die Beratungsschülerausbildung „Schüler beraten Schüler“ in diesem Jahr bereits zum dritten Mal durchgeführt. Das 2019 ins Leben gerufene Projekt hat sich mittlerweile fest im Schulalltag etabliert und erfreut sich wachsender Beteiligung. In der aktuellen Runde nehmen zehn Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 und der Oberstufe an der Ausbildung teil.
Besonders bemerkenswert ist dabei die vergleichsweise hohe Anzahl an männlichen Teilnehmern, die ihre eigenen Erfahrungen im Lösen von Problemen an jüngere Schülerinnen und Schüler weitergeben möchten. Sie selbst beobachteten in den unteren Jahrgängen eine Zunahme von vielfältigen Problemen, die viele Kinder und Jugendliche nicht ohne Unterstützung bewältigen könnten. Mit ihrer Ausbildung möchten sie aktiv zu einem besseren Miteinander und mehr Zufriedenheit im Schulalltag beitragen.
Wer Hilfe benötigt, kann sich an das Beratungsteam wenden und ein Gesprächsangebot wahrnehmen. Die Beratungsschüler stehen ihren Mitschülern nach vorheriger Terminvereinbarung für ausführliche Gespräche zur Verfügung. Innerhalb des Teams wird dann gemeinsam entschieden, wer einen Fall übernimmt oder ob eine Weiterleitung an die Beratungslehrerin sinnvoll ist.
Geleitet wird das Projekt von der Beratungslehrerin Sandra Schöpe, die die Ausbildung koordiniert und die Jugendlichen in enger Kooperation und mit Unterstützung der Regionalen Schulberatungsstelle auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet. Ziel der Ausbildung ist es, die Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler bei persönlichen oder schulischen Problemen zu unterstützen und als erste Anlaufstelle im Schulalltag zu fungieren.
Während der Ausbildung erwerben die Jugendlichen wichtige soziale und kommunikative Kompetenzen, die ihnen auch im späteren Berufsleben zugutekommen können. Inhalte wie aktives Zuhören, Gesprächsführung, Empathie sowie der verantwortungsvolle Umgang mit vertraulichen Informationen bereiten die Beratungsschüler gezielt auf ihre Tätigkeit vor. Die Ausbildung erstreckt sich über vier Schultage, an denen auch die eigene Biographiearbeit, Resilienz und Selbstfürsorge sowie Beratungsgrenzen thematisiert werden. Zum Abschluss erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat. Auch nach Beendigung der Ausbildung werden sie weiterhin begleitet, treffen sich regelmäßig zur kollegialen Fallberatung und entwickeln ihre Beratungskompetenzen kontinuierlich weiter.
Eingebettet ist die Ausbildung in das schulische buddY-Programm, das darauf abzielt, Verantwortung, Hilfsbereitschaft und soziale Kompetenzen zu fördern. "Die Beratungsschüler übernehmen dabei eine wichtige Brückenfunktion zwischen Schülerschaft und Lehrkräften und tragen aktiv zu einem positiven Schulklima bei", heißt es in einer Mitteilung der Schule.
Mehr zum buddY-Programm: https://www.ebege.de/konzepte/buddy-programm/
