Heisberg. Die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine (ARGE) hat Heisberg im Rahmen ihrer traditionellen Ortsbegehung besucht. Diese Begegnungen gelten identitätsstiftenden Orten, Besonderheiten des Dorfes, der Arbeit des jeweiligen Heimatvereins und dem anschließenden Austausch untereinander. ARGE-Vorsitzender Bernd Brandemann dankte dem Heimatvereinsvorsitzenden Thomas Bücher und Ortsheimatpfleger Gerhard Moisel für die Vorbereitung. Zuletzt war die ARGE hier 2003 zu Gast gewesen.
Startpunkt war die rund 400-jährige Eiche neben dem Backes. Von dort führten Gerhard Moisel und Thomas Bücher die Gäste durch und um den Ort. Der Backes besitzt seit 1838 unverändert seinen Backofen. Seit dem Neubau 2000 ist er ein sichtbares Zeichen für die wiederbelebte Backtradition im Siegerland und gab dafür gewichtige Impulse.
Weitere Stationen waren der Spielplatz an der Oberen Hofwiese, die Vereinsscheune sowie der Wanderweg, der hier Teil des Jakobsweges und des Elisabethpfades ist. Am Rastplatz an der Borneiche erinnert eine Infotafel an das 2007 abgeschlossene Flurbereinigungsverfahren. Auf dem Weg Richtung „Zum Sonnenblick" boten sich weite Ausblicke. Moisel verwies auf bewirtschaftete Flächen, frühere Obsthöfe und den geplanten Bebauungsplan zur „Photovoltaikanlage Schelderseifen". Der Heimatverein unterhält insgesamt 17 Ruhebänke, auch entlang des Wanderwegs F9; einige wurden jüngst mit unbehandeltem Douglasienholz erneuert. Beim „Heisberger Fotoblick" ergänzt eine Rothaarbank das Angebot.
Auch der „Heisberger Bahnhof" wurde erläutert: Der bekannte Landschaftsname verweist vermutlich auf eine frühere Vorspannstation, obwohl dort nie Bahnschienen lagen. Unterhalb des Windrades besichtigte die Gruppe den „Otto-Brunnen". Die Quelle gilt selbst in heißen Sommerzeiten als verlässlich und der Namen erinnert an Maurermeister Otto Holdinghausen, der die steinerne Umfassung schuf.
Kleiner Stadtteil – lange Historie
Letzte Station war der 1891 angelegte Friedhof auf der Höhe. Seit 2011 wird die Anlage in Abstimmung mit der Stadt ehrenamtlich erhalten; seit 2022 erinnert dort ein Denkstein an die neun Toten der beiden Weltkriege aus Heisberg. Nach der Recherche von Gerhard Moisel sind seit 1892 hier 167 Personen beerdigt worden.
Beim Abschluss mit einem kleinen Imbiss am Backes sprach Moisel auch den Dorfweiher an. Nach einer Sanierung verlor er 2021 sein Wasser; die Ursache ist trotz Untersuchungen ungeklärt. Der Heimatverein hält am Ziel fest, den historischen Löschteich wiederherzustellen. Heisberg gehört mit rund 200 Einwohnerinnen und Einwohnern zu den kleineren Freudenberger Stadtteilen, blickt aber auf eine mindestens 684-jährige Geschichte zurück. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von Geschichte, Landschaft und dem aktiven Gemeinschaftsgeist.
Das Fazit fiel positiv aus: „Wir haben viel gesehen und gelernt. Große Anerkennung gilt den Leistungen des Heimatvereins in Heisberg und seinem Engagement für Zusammenhalt und Lebensqualität."







