Marlies Blecher mit ihrer Mischlings-Dame Joy: Im Gambachtal wurden beide am 8. August von zwei Goldendoodles angegriffen.
Marlies Blecher mit ihrer Mischlings-Dame Joy: Im Gambachtal wurden beide am 8. August von zwei Goldendoodles angegriffen.
  • Marlies Blecher nach Hundesbiss im Gambachtal lange krankgeschrieben

Freudenberg. Den 8. August dieses Jahres wird Marlies Blecher wohl nie mehr vergessen. Es war einer dieser schönen, warmen Sommerabende in den Schulferien, während dem die 60-Jährige mit ihrer Mischlingshündin “Joy” im Gambachtal Spazieren ging. Aber die Gassi-Runde endete für sie dramatisch - im Krankenwagen und mit einer langen Leidenszeit. 

Aber von Beginn an: Wie so oft ging die Freudenbergerin an diesem Abend mit ihrer 16 Jahre alten Hundedame am Gambachsweiher entlang. Am Wasserspielplatz ließ sie die Hündin am Bach spielen, zumal gerade keine Kinder in der Nähe waren. Zwar nahm sie eine Frau, die ebenfalls am Gambach stand noch wahr und hörte ihre Warnung. Aber wie aus dem Nichts standen plötzlich zwei ausgewachsene Goldendoodles vor ihr. Diese Kreuzung aus Golden Retriever und Pudel kann eine Widerristhöhe von bis zu 70 cm erreichen. Die beiden größeren Hunde stürzten sich ohne zu zögern auf die Hündin. Marlies Blecher ging dazwischen und wurde von einem der Doodles ins Schienbein gebissen. 

“Das blutete wie verrückt”, erinnert sie sich noch heute lebhaft. Der Rettungswagen wurde alarmiert; wähernd sich die Besitzerin der beiden Hunde und der offenbar dazu gehörende Mann wortkarg gaben. Sie hinterließen beim eintreffenden Rettungsdienst zwar ihre Kontaktdaten und brachten Marlies Blechers Hündin sogar noch zu deren Tochter – ohne jedoch ein Wort zu sagen, geschweige denn eine Telefonnummer zu hinterlassen. 

Im Bethesda-Krankenhaus wurde die Wunde gereinigt und Marlies Blecher erhielt Antibiotika verschrieben. Weil die Wunde nicht richtig verheilte, ging's ins Kreisklinikum. Hier wurde sie noch zweimal operiert und erhielt erneut Antibiotika. Bei der zweiten Operation wurde die Wunde schichtweise geschlossen. In der Klink vergingen noch einmal 18 Tage.

Inzwischen ist die Hundebesitzerin seit acht Wochen krankgeschrieben. “Ich war zwar zwischendurch mal ein paar Tage auf der Arbeit, aber das ging einfach nicht.” Bis jetzt ziert ein Verband ihr Schienbein – Wann die Wunde richtig verheilt sein wird, ist ungewiss. 

Auch die Suche nach den Hundebesitzern ist für sie ein Rätsel. Der Rettungsdienst gab die Kontaktdaten aus Datenschutzgründen nicht weiter. Die Polizei sah bislang keine Veranlassung, da keine Anzeige vorlag. Das hat Marlies Blecher jetzt nachgeholt und Anzeige gegen unbekannt erstattet. Ob’s hilft, bleibt abzuwarten. Sie vermutet, dass die Leute Camper vom angrenzenden Stellplatz waren, die den Aufenthalt in Freudenberg für einen Spaziergang durchs Gambachtal nutzten. “Vielleicht kennt jemand die Beiden mit ihren Hunden”, würde sich die 60-Jährige über einen Hinweis aus der Bevölkerung freuen. 

Auch wenn sie das Bein noch nicht voll belasten darf, bleibt ihr bei der abendlichen Runde um den Gambachsweiher immerhin der Trost, dass die Hundeseniorin den Vorfall zumindest körperlich unbeschadet überstanden hat.