Freudenberg. Adolf Gattwinkel ist tot. Der Stadtälteste starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren. Über Jahrzehnte prägte er das Leben in Freudenberg, im Heimat- und Verschönerungsverein, in der Kommunalpolitik, bei der Freiwilligen Feuerwehr und in vielen weiteren Ehrenämtern.
Adolf Gattwinkel wurde am 29. März 1931 geboren und war von Beruf selbstständiger Maurermeister. Sein Name ist eng mit dem Freudenberger Heimat- und Verschönerungsverein verbunden. Er trat ihm 1950 bei, wurde 1968 erstmals in den Vorstand gewählt und führte den Verein von 1970 bis 1990 als Vorsitzender. Ohne ihn, so berichten Zeitzeugen laut der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine, hätte es die 525-Jahrfeier der Stadt 1981 mit ihren zwei großen Festumzügen in dieser Form nicht gegeben. Auch Altstadtfeste und Heimatabende sind mit seinem Namen verbunden.
Drei Jahrzehnte in der Kommunalpolitik
1963 trat Gattwinkel der CDU bei. Von 1964 bis 1966 gehörte er der Amtsvertretung an, danach dem Stadtrat der alten Stadt Freudenberg. Nach der kommunalen Neugliederung war er von 1969 bis 1994 Mitglied des Freudenberger Stadtrates, von 1975 bis 1994 zudem des Kreistags Siegen-Wittgenstein. Ab 1970 arbeitete er im Vorstand des CDU-Stadtverbandes mit.
Bereits 1949 war er der Freiwilligen Feuerwehr Freudenberg beigetreten, der er mehr als sieben Jahrzehnte verbunden blieb. Darüber hinaus engagierte er sich im CVJM, im Posaunenchor und in den Gremien der Stadtsparkasse.
Bundesverdienstkreuz und Stadtältester
Für seinen Einsatz wurde Adolf Gattwinkel vielfach geehrt. 1977 erhielt er die Ehrenplakette der Stadt Freudenberg. 1990 ernannte ihn der Heimat- und Verschönerungsverein zum Ehrenmitglied, 1994 die Stadt zum Stadtältesten. 1995 verlieh ihm der Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der CDU-Stadtverband machte ihn am 23. Januar 1996 zu seinem Ehrenmitglied, eine Auszeichnung, die dort bis heute einzigartig ist. 2009 zeichnete ihn die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine mit ihrer Ehrennadel aus.
Würdigungen
Adolf Gattwinkel habe mit seinem Wirken für seine Heimat Zeichen gesetzt, die unvergessen bleiben, schreibt die Arbeitsgemeinschaft der Heimatvereine. Der CDU-Stadtverband und die CDU-Ratsfraktion nehmen nach eigenen Worten „in großer Dankbarkeit Abschied von einem geschätzten Parteifreund und langjährigen Wegbegleiter“. Sein Einsatz, seine Verlässlichkeit und seine Verbundenheit mit Freudenberg blieben in Erinnerung.
Das Mitgefühl beider gilt seiner Familie und allen Angehörigen.