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Hohenhain. Auf dem idyllischen Dorfplatz unter der Ortslinde am Bürgerhaus feierte der Heimatverein das 550-jährige Namens-Jubiläum. Im sommerlichen späten Nachmittag feierten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger idyllisch die urkundliche Ersterwähnung von Hohenhain. Zur Jubiläumsfeier begrüßte Ortsvorsteher Heinz Fischbach die Anwesenden, und ging auch auf die oft gestellte Frage ein: "Natürlich ist Hohenhain viel älter".

Denn schon 1992 feierten die Hohenhainer das 525-Jahr-Fest, welches sich auf eine Urkunde, der Siegener Rentei (Finanzverwaltung der Obrigkeit vom Grafen von Nassau-Siegen) aus dem Jahr 1467 bezog. In der kleinen Feststunde ging es also nicht um das Ortsjubiläum, sondern um die erste namentliche Erwähnung von Hohenhain.

Reparaturkosten des Schlagbaumes von „Hohen Han“ betrug vor 550 Jahren die Summe von 9 Schillingen. Diese Zahlen sind in der Rentei-Rechnung seiner Zeit festgehalten worden, worauf sich das Jubiläum und das Fest vom letzten Samstag zurück führen lässt.

Der Handels- und Pilgerweg, der im Jahr 1467 mit seinen Hecken und Graben seine Landwehr und Zollstelle in Hohenhain hatte, wurde im Mittelalter als Bollwerk zum Siegerland gehalten. Der Hohenhainer Schlag war die am stärksten befestigte Anlage der gesamten Siegener Landhecke. Die Jakobs-Pilger passierten den Schlagbaum ebenso, wie die Reisenden die der „Brüderstraße“ folgten von Marburg nach Köln folgten. So kamen die Hohenhainer zu gleich drei Wirthäusern mit der Möglichkeit zur Übernachtung für Fuhrleute und Pferden. Das Restaurant „Schanze“ ist noch heute ein beliebter Platz für eine Rast von Reisenden auf den Höhen von Freudenberg. So kam es auch, dass hinter dem Wirtshaus schon einmal die Zollstelle mit Schlagbaum eingerichtet wurde, über diese geschichtliche Nachlese freuten sich nicht nur die Kinder.

Wie wichtig die Lage von Hohenhain wurde durch den Vortrag von Bernd Brandemann, dem stellv. Vorsitzenden des Heimatbundes Siegen-Wittgenstein, verdeutlicht. „Das Breitband es Mittelalters“, so Bernd Brandemann für eine zeitgemäße Beschreibung der Neuigkeiten-Verbreitung am Zollposten von Hohenhain.

Auf diese „Breitbanderklärung“ stieg dann auch gleich Bürgermeisterin Nicole Reschke ein. Sie brachte noch gleich das Versprechen mit, dass sowohl die Internetgeschwindigkeit als auch die Mobilfunkversorgung in den höchstgelegenen Ortsteilen von Freudenberg verbessert wird.

Mit der musikalischen Untermalung der Singgemeinschaft Dirlenbach-Hohenhain unter der Leitung von Willibald Hausmann feierten die „Hohen Haner“ und ihre Gäste mit selbst gebackenem Kuchen und auf Holzkohle Gebräuntem bis zur Dunkelheit.

Archiv-Foto: Henning Prill  -  Hinter dem Gasthaus „Schanze“ wurde der Zollposten mit Schlagbaum aus dem Jahr 1467 nachgestellt, so seinerzeit der Wunsch von Gastronom Christian Postler.

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