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Kreisgebiet. (25.02.2022) Wir altern – und zwar alle. Die einen sind früher und die anderen später auf Pflegeangebote angewiesen. Der Bedarf an Unterstützung im Alter nimmt stetig zu. „Wenn wir auf Kreisebene politische Entscheidungen darüber treffen, wie Seniorinnen und Senioren bestmöglich betreut und gepflegt werden können, ist es nicht nur gut, sondern unabdingbar, dass wir mit den Menschen sprechen, die es direkt betrifft“, sagt Landrat Andreas Müller.

Um einen Überblick über die Sorgen und Wünsche unserer älteren Mitmenschen zu bekommen, wurden im Spätsommer vergangenen Jahres schon 3.000 zufällig ausgewählte Siegerländer und Wittgensteiner über 65 Jahren angeschrieben und befragt. Im Herbst erfolgte dann eine ergänzende Befragung von älteren Menschen mit Migrationshintergrund. Beide Umfragen wurden jetzt ausgewertet und die Ergebnisse werden dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Bevölkerungsschutz am 9. März 2022 vorgestellt.

Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden ist z.B. bei beiden befragten Personengruppen eine Seltenheit. Hier besteht vielerorts Handlungs- und Aufklärungsbedarf. Dass Maßnahmen zur Beseitigung von Barrieren gefördert werden, ist dem Großteil der Seniorinnen und Senioren gar nicht bekannt. Dass es viele einschlägige Beratungsangebote in der Region genau zu solchen Themen gibt, ist ebenso weitestgehend unbekannt. Die Informationsquelle Nummer 1 ist und bleibt für viele Menschen der Hausarzt.

„Die Auswertung der Befragungen hat ganz deutlich gezeigt, dass viele Menschen in Siegen-Wittgenstein nicht oder nur unzureichend über Unterstützungsmöglichkeiten im Alter und bei der Pflege informiert sind und es ein deutliches Informationsdefizit gibt. Daraus leiten wir für uns den Auftrag ab: Seniorinnen und Senioren besser und umfangreicher über ihre Möglichkeiten aufzuklären“, berichtet der Landrat.

Ein weiteres Ergebnis der Seniorenbefragung aus dem Spätsommer ist die Erkenntnis, dass 61,1 Prozent der Befragten Zuhause von einem ambulanten Pflegedienst und 38,4 Prozent von der Familie gepflegt werden möchten. Nur rund fünf Prozent der befragten Senioren wollen im Pflegefall in eine stationäre Einrichtung.

„Das Format der direkten Befragung unserer Bürgerinnen und Bürger hat sich in der Kreisverwaltung zurecht etabliert. Auch zu anderen Themen führen wir bei Bedarf Umfragen durch“, erklärt Müller: „Nur, wenn wir die Menschen gezielt fragen, bekommen wir auch die Antworten, die uns dabei helfen unsere Entscheidungen ganz nah an den Bedürfnissen der Menschen zu treffen. Die Ergebnisse der beiden Seniorenbefragungen liefern uns eine weitere wichtige Grundlage für zukünftige Entscheidungsprozesse wie z.B. die Ausgestaltung der Pflegebedarfspläne.“

Bei der Umfrage wurden auch viele andere Dinge wie die Zufriedenheit mit der örtlichen Nahversorgung oder der Verkehrsinfrastruktur abgefragt. Im Nachgang zur Ausschusssitzung im März werden die Ergebnisse der Befragung auf der Homepage des Kreises veröffentlicht.

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