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Kreisgebiet. Erstmals seit vielen Jahren muss für das neue Kindergartenjahr ab August dieses Jahres nichts über das bisher geplante hinaus neu gebaut werden. Für alle Kinder sind absehbar Plätze vorhanden. Lediglich in Hilchenbach, Netphen und Neunkirchen plant das Kreisjugendamt die Einrichtung von drei zusätzlichen Großtagespflegestellen. Aktuell laufen noch einige Projekte, die in diesem bzw. dem nächsten Jahr abgeschlossen werden und bisherige Provisorien ablösen: So haben die Bauarbeiten für Kita-Neubauten in Freudenberg-Büschergrund, Freudenberg-Lindenberg, Erndtebrück (Klima-Kita) und in Wilnsdorf (Höhwäldchen) bereits begonnen. In Hilchenbach-Allenbach steht der Baustart demnächst bevor.

In Neunkirchen-Salchendorf ist eine zweigruppige Dependance der dort bereits bestehenden DRK-Kita geplant, die Anfang 2022 an den Start gehen soll. Dann kann die Kita in Altenseelbach unter Umständen auf vier Gruppen zurückgebaut werden. In Bad Berleburg zeichnet sich ein mittelfristiger Bedarf für eine neue Zwei-Gruppen-Kita ab.

Diese Entwicklungen und Perspektiven gehen aus dem aktuellen Bedarfsplan für die Kindertagesbetreuung hervor, den der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 2. März 2021 beraten wird. Der Plan ist dann auch Grundlage für die Bedarfsmeldung an das Landesjugendamt, die zum 15. März 2021 erfolgt.

„Wir kommen aus einer langen Phase, in der wir sehr viele Kindergärten um-, an- oder neu gebaut haben. Gab es vor sieben Jahren 114 Kindertageseinrichtungen im Bereich des Kreisjugendamtes, sind es heute 132“, sagt Landrat Andreas Müller. „Und auch die Zahl der Betreuungsplätze durch Tagesmütter und -väter ist im gleichen Zeitraum von 185 auf 464 gestiegen“, erläutert der Landrat: „Im Moment sieht es so aus, dass wir im neuen Kindergartenjahr, aber auch in den beiden Folgejahren so gut wie keine weiteren Neubaumaßnahmen benötigen. Das lassen die aktuellen Statistiken erwarten: Während die Zahl der Kinder im Alter zwischen drei Jahren und sechs Jahren seit dem letzten Kindergartenjahr noch einmal um 4,4 Prozent steigt, geht die Zahl der U3-Kinder erstmals leicht um 0,2 Prozent zurück“, so Müller.

Im kommenden Kindergartenjahr stehen für 5295 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren, die in den zehn Städten und Gemeinden, für die das Kreisjugendamt zuständig ist, leben, 5.299 Betreuungsplätze zur Verfügung. Das entspricht einer Quote von 100,1 Prozent.

Für Kinder unter drei Jahren gibt es 1.497 Plätze in Kindertageseinrichtungen sowie 464 in der Kindertagespflege – also insgesamt 1.961 Plätze. Damit beträgt die Versorgungsquote bei den ein- bis unter dreijährigen Kindern 69 Prozent. Hier war das Nachfrageverhalten in den vergangenen beiden Jahren bei 67 Prozent relativ stabil und lag rund 4 Prozent über den Prognosen aus dem Jahr 2017.

Bei den Stundenbuchungen entscheiden sich jeweils rund 45 Prozent der U3-Eltern für 45 Stunden und 45 Prozent für 35 Stunden. Zehn Prozent buchen 25 Wochenstunden. Bei den Ü3-Eltern ist die Nachfrage nach 45-Stunden mit 47 Prozent noch etwas höher, die 25-Wochenstunden-Buchungen fallen mit 7,7 Prozent etwas niedriger aus. Unterm Strich ist im Laufe der Jahre ein langsamer aber stetiger Trend hin zu den 45-Wochenstunden-Buchungen zu erkennen.

Insgesamt hält das Kreisjugendamt im kommenden Kindergartenjahr 6.796 Betreuungsplätze vor. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren, im Kindergartenjahr 2011/12 waren es 5.324. „Das zeigt, welche enormen Anstrengungen wir als Kreis Siegen-Wittgenstein in den vergangenen Jahren unternommen haben, um das Versprechen einlösen zu können: ‚Alle Eltern, die für ihr Kind ein Betreuungsangebot wünschen, werden auch eines erhalten‘. Ein Versprechen, das wir natürlich auch im kommenden Kindergartenjahr wieder einlösen werden“, betont Andreas Müller.


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