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Freudenberg. Pfarrer Thomas Ijewski dachte, er kenne seine Kirche. Seit 17 Jahren ist er Pastor in Freudenberg, feierte unzählige Gottesdienste in der altehrwürdigen Kirche in der Altstadt und wohnt im Pfarrhaus gleich nebenan. Und doch stellt das Gotteshaus seinen Pfarrer nun vor ein großes Rätsel. Denn bei den laufenden Sanierungsarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude ist die Evangelische Kirchengemeinde Freudenberg nun durch reinen Zufall auf eine verborgene Kammer gestoßen. „Das war die totale Überraschung“, sagt Ijewski – und versucht nun zusammen mit Historikern herauszufinden, was es mit der Nische auf sich hat.

210423kirche2Versteckt war die Ausbuchtung mit Rundbogen, die groß genug ist, dass ein Mensch darin stehen kann oder ein großer und tiefer Schrank Platz findet, hinter einer Wand an der Westseite der Kirche. Dazu muss man wissen: Die Freudenberger Kirche besteht aus zwei Teilen. Zum einen dem Turm, der ursprünglich zur Verteidigungsmauer des Freudenberger Schlosses gehörte und mindestens aus dem 14. Jahrhundert stammt. Und zum anderen dem Kirchenschiff, das bis 1606 angebaut wurde. Die Kammer ist in die Außenwand des Turms eingelassen und war zum Innenraum der Kirche mit einer Mauer verschlossen. Diese Ziegelmauer kam bei der Sanierung hinter dem Putz der Westwand zum Vorschein – ganz offensichtlich ist sie kein Teil der ursprünglichen Kirchenmauer. Als ein Handwerker einen Elektroverteilerkasten daraus ausbaute, entdeckte er dahinter den verborgenen Raum.

Das Merkwürdige: „In den Plänen der Kirche ist die Nische mal da und mal nicht“, berichtet der Münsteraner Architekturhistoriker Dr. Roland Pieper, der die Sanierung begleitet. In den meisten Plänen allerdings taucht die Kammer nicht auf – weshalb ihre Entdeckung so eine Überraschung ist. Eine Zeichnung aus dem Jahr 1939 lässt vermuten, dass sie damals offen war. Auch industriell gefertigte Ziegel, die sich unter dem Putz des Rundbogens fanden, beweisen, dass die Nische nach 1850 baulich verändert wurde. Die Ausbuchtung selbst sei aber deutlich älter, erklärt Pieper. Dafür spricht, dass sich hinter mehreren Anstrichen an der Hinterwand Lehm befindet. „Wenn in einer Wand Lehm verarbeitet ist, dann stammt sie aus einer Zeit weit vor 1800“, sagt Pieper. Die Kernfrage sei: Ist die Nische mit der Errichtung der Kirche entstanden oder erst nachträglich eingebaut worden?

Und natürlich bleibt die noch spannendere Frage: Wofür wurde sie genutzt? „Die Nische hatte eine erste und eine zweite Nutzung“, fasst Historiker Pieper den Kenntnisstand zusammen. Denn die Pläne zeigen, dass sie offenbar lange Zeit verschlossen war, irgendwann vor 1939 wieder geöffnet wurde und 1961 erneut hinter einer Mauer lag. „Am Rundbogen befinden sich Rußspuren – vielleicht stand mal ein Ofen in der Nische“, vermutet Ijewski. Tatsächlich meldete sich bei ihm jüngst ein Gemeindemitglied, dessen Verwandte sich an einen Ofen in der Kirche erinnert. Bleibt die Frage nach der ersten Nutzung. Ijewski mutmaßte zunächst zusammen mit einem katholischen Kollegen, dass die Kammer womöglich aus der Zeit im 17. Jahrhundert stammt, in der die Freudenberger Kirche einige Jahre lang von Jesuitenpatres genutzt wurde. Vielleicht installierten sie die Nische für Heiligenfiguren? „Dafür wäre sie aber untypisch groß“, sagt Ijewski. Auch die Tatsache, dass die Ausbuchtung nicht in der Hauptachse der Kirche liegt, spricht gegen eine liturgische Funktion. Warum die Nische also ursprünglich angelegt wurde, bleibt zunächst ein Rätsel. „Dazu habe ich keine Vermutung“, gibt Historiker Pieper zu. Um diese Frage zu klären, wird man möglicherweise in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz den Putz weiter abtragen müssen, um herauszufinden, von wann die Nische ursprünglich stammt.

Pfarrer Ijewski ist jedenfalls „absolut begeistert über die historische Entdeckung“ – auch wenn diese die Kosten für die Sanierung der Kirche, die bislang mit rund 800.000 Euro veranschlagt wurden, nochmals um etwa 10.000 Euro in die Höhe treibt. Eine Finanzierungslücke, die die Gemeinde durch Spenden zu schließen hofft. Für die Gemeinde habe die Kammer aber ganz praktischen Nutzen, betont der Pastor. Nach der Sanierung – und nach der Corona-Pandemie – solle der hintere Bereich der Kirche für ein Kirchcafé nach dem Gottesdienst genutzt werden. „Die Nische ist perfekt, um dort einen Tisch mit Kaffee und Gebäck aufzustellen“, freut sich Ijewski.
Die Kirchengemeinde ist dankbar für Spenden. Spendenkonto: Sparkasse Siegen, IBAN: DE68 4605 0001 0070 0022 25, Stichwort: Kirchensanierung.


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