Hermann-Josef Droege, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. (Foto: IHK Siegen)Freudenberg. Auf "völliges Unverständnis" stößt die Diskussion zum geplanten Gewerbegebiet „Wilhelmshöhe-Nord“ im Freudenberger Stadtentwicklungsausschuss in der heimischen Wirtschaft. Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) sind weitere Verzögerungen in der Entwicklung der dringend benötigten Flächen „pures Gift“ für die wirtschaftliche Entwicklung Freudenbergs und der gesamten Region. Die Fraktionen von CDU, Alternative Liste und Bündnis 90/Die Grünen hätten mit ihrem Abstimmungsverhalten in der jüngsten Ausschusssitzung eine Blockade herbeigeführt: Die Bürgermeisterin werde in ihrem Bemühen, die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben, drastisch eingeschränkt.

Der Mangel an Gewerbeflächen sei ein zentrales Entwicklungshemmnis im Kernraum Siegen-Wittgensteins, zu dem auch Freudenberg gehört. „Freudenberg hat sich überdurchschnittlich positiv entwickelt. Gewerbeflächen stehen nach der vollständigen Vermarktung des Gewerbegebietes „Wilhelmshöhe-West“ so gut wie keine mehr zur Verfügung“, erläutert der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Hermann-Josef Droege. Das Gebiet „Wilhelmshöhe-West“ sei wichtig, um das Gewerbeflächenangebot in unmittelbarer Nähe der A45 über eine zusammenhängende Fläche zu erweitern. Hinzu komme, dass die äußere Erschließung bereits weitgehend vorhanden ist. Droege: „Wer hier nicht zugreift, der verkennt die Situation vollständig!“

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen für Expansionen oder Neuansiedlungen sei hoch. Alternativen bestünden allenfalls in kleinparzellierten Angeboten, die wenig attraktiv seien. Untersuchungen hätten deutlich gezeigt, dass Freudenberg auf die Bereitstellung eines größeren, zusammenhängenden Flächenangebotes angewiesen sei.

Nach einem langen Prozess war es zuletzt gelungen, die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Gewerbegebietes zu schaffen. Insbesondere die Unternehmen hätten daher wenig Verständnis dafür, wenn nach den intensiven juristischen Auseinandersetzungen der Vergangenheit, die zwischenzeitlich zu einer Neubewertung des Gewerbegebietes führten, Freudenberg nun die Chancen für seine wirtschaftliche Gesamtentwicklung leichtfertig aufs Spiel setze. Droege: „Es kann nicht allen Ernstes gewollt sein, jetzt wieder „bei null“ anzufangen! Bleiben akzeptable Flächenangebote in absehbarer Zukunft aus, werden sich die Betriebe nach anderen Standorten umschauen. Warum immer wieder neue politische Beratungsschleifen gedreht werden, erschließt sich den Unternehmen jedenfalls nicht!“
Die IHK appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der politischen Entscheidungsträger. „Wir bieten der Stadt an, gemeinsam mit der Bürgermeisterin Gespräche mit den Fraktionen zu führen, um die Sachargumente noch einmal zu verdeutlichen. Wir sind zu jedem konstruktiven Dialog bereit“, so Hermann-Josef Droege.

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