Freudenberg. Still und andachtsvoll war das Gedenken zum Volkstrauertag schon immer, anders ist die Situation in diesem Jahr und mit Corona. Auch war es etwas Stiller auf dem Friedhof. Die sonst öffentliche Gedenkfeier am Volkstrauertag, fand diesmal ganz im engen Kreis statt. Nur Bürgermeisterin Nicole Reschke, sowie Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr und eine Gesandtschaft der Freudenberger Schützen waren an der Gedenkstätte auf dem städtischen Friedhof zu gegen.

So waren die gefühlvollen und sorgfältig ausgewählten Worte von Nicole Reschke keine Mahnung sondern auch eine Herzensangelegenheit: Manchmal ist es hilfreich, die Welt durch Kinderaugen zu sehen. Auch und gerade, wenn es um so bedeutende Themen geht wie Frieden. 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg schweigen bei uns die militärischen Waffen. Am heutigen Volkstrauertag erinnern wir an die Opfer von Krieg und Gewalt, gleichzeitig setzen wir einen Appell für Versöhnung, Verständigung und Frieden.  

Frieden. Was heißt das eigentlich für Kinder? „Für mich ist Frieden ein Welt ohne Streit“, sagt der eine. Eine andere antwortet: „Frieden heißt, Gutes zu tun.“ Zu hören ist aber auch: „Frieden ist, wenn Menschen sich lieben“, oder „Frieden bedeutet, ich bin sicher auf meinem Schulweg.“ Nicht nur für die Jüngsten, für uns alle gilt: Frieden beginnt schon im ganz Kleinen. Zwischen zwei Menschen. Respekt vor dem anderen zu haben, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Frieden ist ein alltäglicher Lernprozess.

Jeder Einzelne von uns trägt die gesellschaftliche, politische und persönliche Mitverantwortung für Frieden und Gerechtigkeit. Im Hier und Jetzt sind wir gefordert, der jüngeren Generation die geschichtlichen Zusammenhänge zu erklären, aber insbesondere Mut, Mitgefühl und kritisches Denken mit auf den Weg zu geben, damit die Grausamkeiten des Krieges sich nicht wiederholen. Wir dürfen nicht vergessen, was geschehen ist, wir müssen in die Zukunft blicken, um für den Erhalt des friedlichen Miteinanders zu kämpfen.  

Wir sind gefordert, das Bewusstsein für den Wert des Friedens immer wieder und aufs Neue zu schärfen und dafür einzustehen. Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Menschlichkeit dürfen nicht nur schöne Worte bleiben, sondern müssen gelebt werden, wir müssen uns dafür einsetzen und uns dafür stark machen. Für ein friedvolles, soziales Miteinander sind Achtung und Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen unabhängig von ethnischer Herkunft oder persönlichen Weltanschauungen entscheidend. Im Kleinen wie im Großen.

Das wollen wir uns im Gedächtnis und im Herzen bewahren, wenn wir heute den Volkstrauertag aufgrund der Corona-Pandemie eher im Stillen begehen. Umso lauter treten wir vereint ein für ein friedliches und tolerantes Miteinander. Der Frieden muss unser Weg sein, so Bürgermeisterin Nicole Reschke.

 

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