Büschergrund. „Wenn so Demokratie auf lokaler Ebene funktioniert wie am 18.Februar 2020 im Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Freudenberg, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Bürger der Politik immer mehr den Rücken kehren“, so David Slusalek und Bodo Hoffmann von der Anwohner Initiative „Bürgerbus statt Linienbus“.

Die Anwohnerbewegung schreibt weiter: Wenn es nach dem Willen der einen Fraktion im Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Freudenberg geht, wird die Luft in Freudenberg durch den zusätzlichen Einsatz von Bussen im Wohngebiet Büschergrund automatisch sauberer.

So zumindest war der Tenor der Argumentation in der Ausschusssitzung am 18.02.2020 im Freudenberger Rathaus. Der zusätzliche ÖPNV im Wohngebiet Büschergrund wurde von einem Teil der städtischen Vertreter ausschließlich mit dem Erreichen der CO2-Ziele der Stadt Freudenberg gerechtfertigt.

Andere Gesichtspunkte, wie etwa die Akzeptanz durch die Bürger, die besondere Verkehrs- und Sicherheitslage, die Eignung der Fahrbahn, die fehlenden Möglichkeiten für Bushaltebuchten, das Erreichen von Einkaufsmöglichkeiten für ältere und behinderte Menschen, die Reduzierung der Lärmbelastung oder die zukünftige Möglichkeit des Baus von Radfahrwegen in diesem Gebiet waren für diesen Teil der städtischen Vertreter offenbar nicht relevant. Wer eine solch oberflächliche und wenig bürgernahe Haltung von gewählten Mandatsträgern zum ersten Mal erlebt, der glaubt er wäre in einem Ausschuss auf Bundesebene und nicht in einem demokratisch gewählten Organ auf kommunaler Ebene in einem kleinen Städtchen. Nur gut, dass die Akzeptanz der Bürger für den anderen Teil der städtischen Vertreter so wichtig war, dass zumindest die Vertagung der Entscheidung erreicht werden konnte.

Dabei gab es genügend Möglichkeiten für die Stadtvertreter, sich ein allumfassendes Bild von der Lage zu verschaffen. Am 16.07.2018 wurde ein 2-jähriger Probebetrieb!! der Linie R37 von Freudenberg über Alchen nach Siegen und zurück mit einem erweiterten Abstecher durch das Wohngebiet Büschergrund installiert.  

Nach ca. 1,5 Jahren Probebetrieb schildert die Beschlussvorlage der Bürgermeisterin der Stadt Freudenberg ein differenziertes Bild: Da gibt es eine Befragung von insgesamt 187 Fahrgästen, die sich zu einem Drittel nicht für die neue Linienführung ausgesprochen haben, obwohl sie selbst diese Linie benutzten.

Zur Durchführung der Befragung wurden 33 Fahrten durchgeführt. Insgesamt zählte man im Bereich des betroffenen Wohngebietes ca. 120 Ein-/Aussteiger für den neu befahrenen Bereich von Büschergrund (Haltestellen „Alte Kölner Straße“, „Meisenweg“, „Eichener Straße“, „Am Eicher Hang“, „Zur Gambachshöhe“, und „Am Hang“). Das bedeutet bei ca. 40 Bussen pro Tag einen Durchschnitt von drei (!) Ein-/Aussteigern pro Bus.

Inwiefern ein Busbetrieb, teilweise sogar mit Gelenkbussen, bei durchschnittlich drei Fahrgästen pro Bus wirtschaftlich sein kann, darf bezweifelt werden. Es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass Einwohner in diesem Wohngebiet ihre Autos abschaffen, um statt mit dem eigenen Wagen mit dem Bus nach Siegen zu fahren.

Wie bekannt ist jede Statistik nur so gut wie ihre Interpretation. Das wurde in der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt Freudenberg am 18.02.20 durch den geladenen Vertreter des ZWS wieder bestätigt. Er berichtete von einer umfangreichen Befragung aller Betroffenen im Wohngebiet vor Einführung der Testphase im Jahre 2015, die eine Zustimmung von mehr als 75 % ergeben hätte. Von den Ausschussmitgliedern wurden diese Zahlen ohne jegliche Reaktion zur Kenntnis genommen. Es bleibt vorerst ungeklärt, ob bei der damaligen Befragung von der Verlegung einer Hauptlinie nach Siegen aus dem Tal von der Olper Straße in das Wohngebiet oder nur von einer Anbindung des Wohngebietes an das bestehende Busliniennetz die Rede war.

So stellen sich die Anwohner viele Fragen:

Die beabsichtigte endgültige Verlegung der Buslinie R37 würde letztlich für nur zwei Fahrgäste pro Bus erfolgen!

Tatsache ist aber, dass das Wohngebiet Büschergrund mit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h im Laufe der Jahre zu einem verkehrsberuhigten Bereich ausgebaut wurde. In diesem Zuge wurden viele Schikanen und einspurig passierbare Stellen eingebaut, die jetzt während des Probebetriebes mit Bussen als Hindernisse fungieren und teilweise kritische Situationen hervorgerufen haben. Die letzte nun gestellte Streckenführung ist für den ÖPNV ungeeignet.

Tatsache ist auch, dass der Aufbau der Straßen im Wohngebiet nicht für den dauerhaften Verkehr mit Bussen geeignet ist. Darauf weist sogar die Bürgermeisterin in ihrer Sitzungsvorlage ausdrücklich hin! Sollen die Anlieger etwa auch die anfallenden Kosten für Reparaturen oder gar Ertüchtigungen der Straßen tragen?

Tatsache ist auch, dass durch die Verlegung der R37 in das Wohngebiet Büschergrund die alte Haltestelle an der Olper Str./ Weibeweg nicht mehr bedient wird, wodurch das Einkaufszentrum Weibeweg von der Businfrastruktur abgehängt wird.

Eine der häufigsten Gründe für das Verlassen der Wohnung ist sicher auch das Einkaufen, hauptsächlich von Lebensmitteln. Das konnten die Einwohner in Freudenberg und Büschergrund (Altortsteil), Eichen, Bockseifen und Hommeswiese bisher mit dem Bus der Linie R37 erledigen, weil der über die Olper Straße auch zum Einkaufszentrum Weibeweg fuhr. Mit der beabsichtigten Umleitung der R37 durch das Wohngebiet fällt der Haltepunkt der R37 am Weibeweg/Olper Straße weg. Aber auch die Einwohner in dem betroffenen Wohngebiet können durch den beabsichtigten Verbleib der probeweisen Linienführung dieses Einkaufszentrum nicht erreichen.

So hoffen David Slusalek und Bodo Hoffmann von der Anwohner Initiative „Bürgerbus statt Linienbus“, dass doch noch eine bürgernahe Sicht der Busverbindung erarbeitet werden kann.

Foto: Henning Prill

 

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