Freudenberg. Einen guten Riecher hat das Flecker WinterTheater bei der Auswahl seiner Stücke. Auch das aktuelle Programm „Scherz beiseite“, ein Krimi, kam beim Freudenberger Premieren-Publikum sehr gut an, wie die mit rund 100 Gästen ausverkaufte Eröffnungs-Vorstellung am Donnerstagabend im MGV-Sängerheim am Silberstern zeigte. Noch dazu, wenn alle weiteren Aufführungen auch bereits seit Wochen ausverkauft sind.

Dabei bediente sich der Theaterverein, eigentlich spezialisiert auf gutgemachte Boulevardkomödien, diesmal eines Krimiklassikers. Eine neue und weitere Facette im Theaterangebot des Kulturvereines, der damit beweist, dass er auch Schauspiel kann. Das Theaterstück ist eines der erfolgreichsten Werke von Agatha Christie und basiert auf dem Roman „A Murder is Announced“ (zu deutsch: „Ein Mord wird angekündigt“). Es stammt aus dem Jahr 1955, wurde seitdem mehrfach verfilmt und in den 1970er-Jahren auch auf die Bühne gebracht. Ein typische „Miss-Marple“-Geschichte eben, mit einer überraschenden, aber, wie immer auch etwas konstruierten Auflösung.

Die beiden älteren Damen Letitia Blacklock (Andrea Quarg, mit dem meisten Text, den sie bravourös interpretiert) und ihre Jugendfreundin Dora Bunner (Simone Siebel, göttlich tüttelig), liebevoll „Letty“ und „Bunny“ genannt, leben gewöhnlich allein in ihrem Haus „Little Paddocks“ in Chipping Cleghorn. Doch seit ein paar Wochen bringen Miss Blacklocks Nichte Julia (Fenja Leiendecker, schnippisch und voller Ironie) und ihr Neffe Patrick (Jens Clewing, mit jungenhaftem Charme und gut sitzender Stimme) sowie die Gartengestalterin Philippa (Stephanie Decker-Piek, in der Rolle der alleinerziehenden Mutter, mit feinsinnigem Gespür für die innere Zerrissenheit der Figur) jugendliche Frische ins Haus.

Komplettiert wird die Gesellschaft durch Edmund Swettenham (Regisseur Jens Benner, in kleiner, aber nicht unerheblicher Rolle) und die temperamentvolle Köchin Mitzi (mit entzückendem Akzent und ungarischem Temperament: Ingrid Bradu), die mit ihrem Verfolgungswahn und Knoblauchattacken für zusätzliches Durcheinander sorgt. Als an einem Freitag, den 13., in der örtlichen Zeitung in Little Paddocks auch noch ein Mord angekündigt wird, sind alle restlos aus dem kleinen Häuschen. Die neugierige Anteilnahme der Nachbarn ist ihnen sicher. Gottlob nimmt sich Miss Marple des Falles an. So süffisant und spannend beginnt „Scherz beiseite“ – ein Krimiklassiker, seit gestern im Sängerheim der Liedertafel zu erleben ist. Der Mord geschieht und Miss Marple (Christine Scholtz) und Inspector Craddock (Patrick Kruse, ein echt smarter Ermittler) haben dieses Rätsel um den Mord an Rudi Scherz zu lösen.

Dem exzellent aufgelegten Ensemble gelingt es, die Spannung über die gesamte Zeit (mit zwei Pausen kommt man auf fast drei Stunden) aufrechtzuerhalten und dabei einige erlösende Lacher an der richtigen Stelle zu platzieren. Der kleine Bühnenraum wird dabei optimal genutzt. Mit moderner technischer Unterstützung (Yul Kruse und Stephan Bäumer) und der helfenden Stimme von Souffleuse Kristina Benner, die aber kaum eingreifen musste.

Christine Scholtz spielt, trotz ihrer wesentlich jüngeren Jahre, die ältere Marple mit der ihr eigenen Ironie und Spitzbübigkeit. Mal witzig, ironisch, dann wieder hinterlistig und klug, bindet die Privatermittlerin Inspector Craddock geschickt in ihre Arbeit mit ein. Über zweieinhalb Stunden lang bot das Ensemble Flecker Wintertheater ein amüsantes und spannendes Theater. Kräftigen Applaus gab es dafür vom Premierenpublikum- verdienterweise!

 


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