Freudenberg. Der Europa-Abgeordneter Dr. Peter Liese diskutierte in der vergangen Woche mit Angehörigen der Firma Harburg-Freudenberger Maschinenbau über Möglichkeiten, den Auslandseinsatz von Facharbeitern innerhalb der EU zu vereinfachen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort ist der Grundgedanke der EU-Entsenderichtlinie. Das konkrete Ergebnis sind bürokratische Meldepflichten, die in allen EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich sind. Ein Albtraum für Unternehmen, die darauf angewiesen sind, ihre Monteure oder technischen Fachkräfte in andere EU-Länder zu schicken, um dort Maschinen zu reparieren, zu installieren oder zu warten.

Gemeinsam mit der Bürgermeisterin Nicole Reschke von der Stadt Freudenberg, dem Leiter des VDMA European Office in Brüssel, Holger Kunze, und der Geschäftsleitung der Harburg-Freudenberger Maschinenbau, vertreten durch Dr. Harald Keuter, diskutierte Dr. Liese, wie der Auslandseinsatz von Facharbeitern innerhalb der EU vereinfacht werden kann.

Die Harburg-Freudenberger Maschinenbau ist Hersteller von Mischtechnik für die kautschuk- und kunststoffverarbeitende Industrie. Beate Uebach, im Unternehmen zuständig für die administrative Abwicklung von Entsendungen und ebenfalls an der Diskussion beteiligt, berichtete dem CDU-Abgeordneten von mehr als 300 Entsendemeldungen und über 800 Anträgen für A1-Bescheinigungen, die das mittelständische Unternehmen bearbeiten muss. „Die Anforderungen sind in allen Ländern unterschiedlich. Zudem sind die Meldeformulare fast immer in der jeweiligen Landessprache und selten ist eine Übersetzung ins Englische vorhanden. Dazu kommt, dass man sich nie sicher sein kann, ob man die richtigen Vorschriften kennt, da diese sich immer wieder ändern. In vielen Ländern muss man eine Kontaktstelle vor Ort benennen, Kunden und Mitarbeiter in schwer verständliche Datenbankstrukturen von Tätigkeitsgebieten bzw. Berufsbildern einordnen, in Polen benötigt man eine digitale Unterschrift. Schon eine Vereinheitlichung der notwendigen Angaben und Dokumente, die bereitgestellt werden müssen, würde uns sehr weiterhelfen“, sagt Uebach.

Liese versprach, das Thema in seiner Fraktion zu thematisieren und auch die neue Kommission, die am 1. November ins Amt kommen wird, für die Problematik zu sensibilisieren. Kunze bot die Unterstützung des VDMA an und wies daraufhin, dass die Mitglieder des Verbandes in großer Breite von dem Thema betroffen sind. „Unsere Mitgliedsunternehmen können nicht verstehen, wie die EU-Kommission zulassen kann, dass man den eigentlich so erfolgreichen Binnenmarkt mit diesen bürokratischen Maßnahmen aufs Spiel setzt“, sagt Kunze. „Dies wiederspricht nicht nur dem europäischen Gedanken, sondern gefährdet auch die Wettbewerbsfähigkeit einer global erfolgreichen Industrie.“

„Wir verstehen, dass in Europa etwas gegen Lohndumping unternommen wird. Die Umsetzung der Entsendrichtlinie mit ihren unterschiedlichen Melde- und Registrierungspflichten ist jedoch mittlerweile zu einem Bürokratiemonster geworden. Dadurch werden vor allem exportorientierte Unternehmen aus Hochlohnbranchen wie dem Maschinenbau belastet, die nicht im Verdacht des Lohndumpings stehen“, so Dr. Keuter.

Im Anschluss an das Gespräch begrüßten Peter Liese und Nicole Reschke die neuen Auszubildenden der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH.

Foto: Firma  -  v. li. Dr. Peter Liese (EU), Holger Kunze (VDMA), Dr. Harald Keuter, die neuen Auszubildenden und Frank Trilling (alle Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH) sowie Bürgermeisterin Nicole Reschke.

 


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