Freudenberg/Maldaneien/Ostpreußen. Wenn Oma Berta schon vor Sonnenaufgang auf dem Weg aus ihrer Küche über den Hof den Gänsestall ansteuert, ist Weihnachtstag. Nach einigen Stunden der Vorbereitung liegt der prächtige Braten im großen Tiegel. Der Duft ist unverkennbar, und die sechs Kinder, Richard, Grete, Hertha, Heinz, Ilse und Kurt können es kaum erwarten.

Drei Stunden am Holz befeuerten Ofen sind vergangen. Dann ist der große Moment gekommen, die ganze Familie sitzt am Tisch wenn Opa Rudolf die erste Gänsekeule abschneidet und jeder sein Stück vom Weihnachtsbraten bekommt. Dann werden sogar die Weihnachtgeschenke zur Nebensache. Auch der kleine Kurt legt sein neues handgeschnitztes Holzpferd zur Seite und die selbstgenähte Schürze von Herta wird wieder unter den Weihnachtsbaum gelegt. Es ist Weihnachten 1935 an der Massurischen Seeplatte im kleinen Dorf Maldaneien bei Johannesburg.

Fotos: Heinz Prill


Und hier das Rezept von Oma Berta:     


1 Polnische o. Friesische Hafermastgans ca. 5 kg
Salz, Pfeffer, Majoran, Beifuss, Brühwürfel, 3 Boskop-Äpfel, 3 Zwiebeln

Die Innereien aus der Gans nehmen. Die Gans innen und außen waschen und
Trockentupfen sowie restliche Federkiele entfernen.

Überschüssige Fettklumpen am Hals abschneiden (Vorsicht - bitte nicht die ganze Haut!) und am "Pürzel" die Fettdrüsen wegschneiden (Auf Wunsch auch den ganzen "Pürzel"). Das letzte Glied der Flügel abschneiden.

Die Gans nun von innen und außen mit Salz und Pfeffer einreiben sowie
zusätzlich innen großzügig mit Majoran ausstreuen.

Die Füllung: Die 3 Äpfel halbieren und Kerngehäuse rausschneiden (Bitte nicht schälen) und die 3 Zwiebeln auch halbieren - jetzt die Gans abwechselnd mit Äpfeln und Zwiebeln füllen - bitte jeweils 1/2 Apfel und 1/2 Zwiebeln übriglassen - dann die Gans mit Zwirn vorrn und hinten zunähen.

Jetzt die bratfertige Gans in den Gänsebräter mit der Brust nach unten legen. Die Innereien und 1/2 Apfel und 1/2 Zwiebel daneben legen. Dann ein Liter Wasser angießen. 2 Brühwürfel zugeben sowie 1 Teel. Salz und etwas Pfeffer.

Backofen auf 250 Grad kurz vorheizen. Bräter mit Deckel zu, eine Stunde im Backofen garen. Danach die Gans umdrehen und ein paar Mal hinter den Keulen einstechen (damit das Fett ausläuft). Jetzt nochmals die Gans eine Stunde bei 220 Grad mit Deckel in den Backofen.

Ist die Zeit um, wird die Gans (Brust wieder nach unten) mit den Innereien auf den umgedrehten Deckel gelegt und mit etwas ausgebratenem Gänsefett begossen. Nun die Gans auf dem Deckel nochmals 30 Minuten im Backofen bräunen (ab und zu mit dem Fett begießen), dann die Gans umdrehen und auch 30 min. von dieser Seite bräunen und begießen.

Während die Gans bräunt, schöpft man das Gänsefett mit viel Geduld aus dem Bräter/Tiegel ab, so dass nur noch der Bratenfond übrigbleibt (Die Zwiebelreste und die Apfelschale auch rausfischen). Den Bratenfond in einen anderen Topf umschütten. zwei Esslöffel Kartoffelmehl in kaltem Wasser auflösen ohne Klumpen, in den Bratenfond gießen und aufkochen. Zwei Teelöffel Majoran dazugeben und mitaufkochen. Jetzt bitte abschmecken und bei Bedarf noch 1 Brühwürfel sowie Salz und Pfeffer zugeben. Ist die Soße zu dick noch etwas Wasser zugeben, ist die Soße zu dünn bitte noch etwas Kartoffelmehl auflösen und in der Soße aufkochen.

Nun muss die fertige Gans noch tranchiert werden. Die Bruststücke und Keulen mit einem scharfen Messer von der Gans schneiden und mit Kartoffeln, Klößen, Rotkohl und der Soße servieren.

Das erkaltete Gänsefett kann im Kühlschrank aufbewahrt werden. Gut
geeignet für Bratkartoffeln und Rotkohl.

 

Fotos: H.Prill

 


 


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