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Freudenberg/Kreisgebiet. Im ersten Corona-Jahr 2020 ging die Zahl der Verkehrsunfälle im Freudenberger Stadtgebiet deutlich zurück. "Nur" 315 Mal krachte es auf Freudenberger Straßen; das ist ein Rückgang von 18,6 % zum Vorjahr (387) und mit Abstand der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden lag mit 32 auf einem historisch niedrigen Wert. Zum Vergleich: 2019 gab es 43 Unfälle mit Verletzten; 2018 sogar 44. Auch die kreisweite Statistik weist einen deutlichen Rückgang der Unfallzahlen aus, zeigt allerdings auch durch die Corona-Pandemie bedingte "Unwuchten".

Für Landrat Andreas Müller beinhaltet die Statistik trotz alledem für das Kreisgebiet zahlreiche erfreuliche Entwicklungen:

  • Insgesamt ist in Siegen-Wittgenstein die Anzahl der  Verkehrsunfälle deutlich zurückgegangen. Es wurden mit 8.336 Verkehrsunfällen 1.777 Unfälle deutlich weniger registriert als im Jahr 2019. Dies bedeutet einen Rückgang um 18 %.
  • Verkehrsunfälle mit Personenschäden (- 54 / - 8 %) wie auch die Anzahl der verunglückten Personen (- 60 / - 7 %) nahmen im Vergleich zum Jahr 2019 ab. Die Entwicklungen der Verunglücktenzahlen in den Risikoaltersgruppen sind in nahezu allen Bereichen sehr positiv.
  • Im Landesvergleich schneidet die Kreispolizeibehörde wieder sehr gut ab.

Es gibt aber auch eine bedauerliche Entwicklung zu berichten: Die Anzahl der Verkehrsunfalltoten stieg von 3 auf 9 Unfalltote. Dies ist nach dem niedrigsten Stand im Vorjahr nun neben 2015 der höchste
Stand seit 2010.

210310statistik grossBis auf einen Anstieg der Verunglücktenzahlen (Leichtverletzte, Schwerverletzte und Getötete) in der Altersgruppe der Jugendlichen sanken die Zahlen in den übrigen Altersgruppen. Tragischer Weise musste im letzten Jahr erstmals seit 2015 wieder ein Kind als tödlich verletzter Unfallbeteiligter erfasst werden. Ein weiterer für die Statistik bedeutsamer Unfall ereignete sich im August 2020, als ein Schulbus im Bereich Wilnsdorf beteiligt war. Hierbei gab es alleine 12 verletzte Kinder sowie 12 verletzte Jugendliche. Dies relativiert insofern auch den Anstieg bei den Jugendlichen.

Betrachtet man die Verkehrsbeteiligungsarten fällt auf, dass es einen permanenten Anstieg bei den verunglückten E-Bike-Fahrern (sogenannte Pedelecs) gibt. Waren dies 2014 noch 5 Verunglückte, so mussten letztes Jahr bereits 39 Verunglückte gezählt werden. Dies ist auf die rasant wachsende Anzahl an E-Bike-Nutzern zurückzuführen. Zudem erlebte das Fahrrad als Fortbewegungsmittel im letzten Jahr nochmals deutlich ansteigenden Boom. Die Anzahl der verunglückten Fahrradfahrer stieg ebenfalls an, wobei sich die Zahl durchaus im Rahmen der letzten Jahre bewegt, so dass kein grundsätzlicher Trend erkennbar ist. Im Bereich der Motorradfahrer ist mit 54 verunglückten Bikern der drittniedrigste Stand innerhalb der letzten 10 Jahren erreicht worden. Leider sind im letzten Jahr vier getötete Kradfahrer zu beklagen.

Bei der Betrachtung der Unfallursachen ist festzustellen, dass die Ursachen "Vorfahrt/Vorrang" und "Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren" einen Anteil von 47 % an allen Personenschadensunfällen mit Hauptunfallursachen ausmachten. Insgesamt muss allerdings berücksichtigt werden, dass bei Unfällen mit anderen Ursachen die Geschwindigkeit meist nur sehr schwer exakt zu ermitteln ist, wohingegen z.B. eine Vorfahrtsverletzung oftmals eindeutig ist. Schon geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen in Kombination mit anderem Fehlverhalten erhöhen die Unfallgefahr deutlich. Insofern wird die Hauptunfallursache Geschwindigkeit auch weiterhin einen Schwerpunkt in der polizeilichen Verkehrsunfallbekämpfung bilden.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Unfallflüchtigen ging im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurück. Trotzdem kam es insgesamt im Schnitt vier Mal täglich im Kreisgebiet zu einer Verkehrsunfallflucht.

Bei dem Vergleich mit der landesweiten Unfallentwicklung hat es die Kreispolizeibehörde im vergangenen Jahr geschafft, sowohl bei allen Verunglückten als auch in den "Risiko-Altersgruppen" der Kinder, der Jungen Erwachsenen und der Senioren mit der Verunglücktenhäufigkeitszahl (VHZ) im oberen Drittel des Landesvergleichs zu landen. Bei den Senioren wurde mit Rang 4 sogar nur knapp ein Podestplatz verfehlt. Lediglich in der Altersgruppe der Jugendlichen bewegt man sich im Mittelfeld.

>> Der Verkehrsunfallbericht 2020 zum Download


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